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Wirtschaft

Volkswagen glänzt mit Bestmarken

Europas größter Autobauer will schon in diesem Jahr die Marke von zehn Millionen verkauften Autos knacken. Doch der Kampf um die Weltspitze steht nicht mehr im Vordergrund.

Europas größter Autobauer hatte sich für die Präsentation der Jahresbilanz eine ungewohnte Kulisse ausgesucht: Die Wolfsburger haben sich für die Hauptstadt Berlin entschieden und auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof zwei Hangars hergerichtet. Journalisten und Analysten aus der ganzen Welt sollten dort nicht nur Details zum Geschäftsbericht erfahren, sondern auch die Elektrowagen-Flotte des Unternehmens besichtigen.

Eckdaten

zu den Zahlen hatte es bereits Ende Februar gegeben. Im abgelaufenen Jahr hatte der Konzern den Betriebsgewinn leicht gesteigert. Anders als direkte Konkurrenten wie

Peugeot

, Renault oder Fiat, die nur dank rigider Einschnitte oder mit Hilfe von Partnern überleben, umkurvten die Wolfsburger die Schlaglöcher, in denen Massenhersteller sonst aus der Spur kommen.

Umsatz und Gewinn gesteigert

Martin Winterkorn (Foto: Getty Images)

Winterkorn: "Die Chancen stehen gut"

Europas größter Autobauer steigerte den Betriebsgewinn im abgelaufenen Jahr von 11,5 auf knapp 11,7 Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs um zwei Prozent auf 197 Milliarden Euro. Im abgelaufenen Jahr verkaufte Volkswagen weltweit einschließlich seiner beiden Lkw-Töchter Scania und MAN 9,73 Millionen Fahrzeuge und sieht sich damit als zweitgrößter Autobauer hinter Toyota und vor der Opel-Mutter Genreal Motors.

Viel fehlt da nicht mehr bis zur Zehnmillionenmarke. Deshalb will VW-Chef Martin Winterkorn bereits in diesem Jahr diese Marke knacken - und damit sein Langfristziel früher als geplant erreichen. "Die Chancen stehen gut, dass wir die Marke von zehn Millionen Auslieferungen sogar schon in diesem Jahr übertreffen - vier Jahre früher als ursprünglich geplant", sagte Winterkorn am Donnerstag in Berlin. In den ersten beiden Monaten 2014 schlug VW rund um den Globus schon knapp 1,5 Millionen Fahrzeuge los, 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Keine neuen Absatzziele

Indes: Neue Absatzziele für die Strategie des Konzerns bis 2018 hat Winterkorn diesmal nicht verkündet. Dafür versprach er für dieses und das nächste Jahr mehr als 100 neue Modelle, Varianten und Produktaufwertungen, um die Zahl der Auslieferungen weiter zu steigern.

Dennoch ließ er erkennen, dass das Rennen um die Krone in der Automobilbranche für den Wolfsburger Konzern mit seinen zwölf Automarken nicht mehr im Vordergrund steht. VW hatte vor längerem als Ziel ausgegeben, Weltmarktführer Toyota bei der Zahl der verkauften Fahrzeuge zu übertreffen. Nun wurde ein qualitatives Wachstum als neues Ziel in die Strategie für das Jahr 2018 aufgenommen. Der Konzern wolle mehr auf die Qualität des Ergebnisses und seiner Fahrzeuge achten, sagte Winterkorn.

China ist größter Umsatzträger

Mit dem in Berlin vorgelegten Geschäftsbericht sind nun auch die China-Ergebnisse des Konzerns öffentlich. Der weltgrößte Automarkt wird für die Wolfsburger immer mehr zum entscheidenden Goldesel. 2013 verdiente der Konzern mit dem dortigen Geschäft 4,3 Milliarden Euro - ein Plus von fast 17 Prozent verglichen mit 2012. Damit sorgt allein China für über ein Drittel des Gewinns, den VW in allen anderen Märkten zusammen macht. Weil ausländische Hersteller ihre Autos in China nur mit lokalen Partnern in Gemeinschaftsunternehmen bauen und verkaufen dürfen, weisen sie den dortigen anteiligen Gewinn getrennt aus.

Für

Winterkorn

lohnte sich das VW-Erfolgsjahr 2013 auch finanziell. Der Konzern belohnt ihn mit 15 Millionen Euro Vergütung. Die Summe liegt rund eine halbe Million Euro oder gut drei Prozent über dem Vorjahresniveau. Insgesamt erhalten die neun VW-Vorstände 64,1 Millionen Euro - ein Plus von gut 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert.

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