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Ruhrpottsprache

Vokabels: Reden wie im Kohlenpott

"Getz bin ich richtig meschugge im Kopp von de ganze Gelaber." Damit ihr nicht auch vom ganzen Gerede verwirrt werdet, gibt es hier eine Übersetzungshilfe. Los geht’s – oder wie der Potti sagt: "Und getz mit Schmackes!"

Aalskuhle –Vor der Einführung der Kanalisation bezeichnete man so die Sickergrube eines Plumpsklos. Stinkt es irgendwo, sagt man heute: "Hier müfft et wie inne Aalskuhle."

abgezuppt –durchtrieben, schlitzohrig

abklabastern – erfolglose Suche nach etwas oder jemandem an vielen Orten. Wenn man den ganzen Kohlen-Pott nach jemandem abklabastert hat, dann hat man überall gesucht.

anpesen – jemanden beschimpfen; anpöbeln

Appelkitsche – entweder der Rest eines abgegessenen Apfels oder die abfällige Bezeichnung für ein sehr altes Auto.

Babbel – Mund. Jemand, der den "Babbel halten" soll, wird aufgefordert, mit seinem sinnlosen Gequatsche aufzuhören

bedröppelt – traurig, enttäuscht. Wer "bedröppelt ausse Wäsche schaut", dem sieht man an, dass er traurig ist.

bekakeln – besprechen; alltägliche Sachen diskutieren

bekohlen – jemanden beim Spiel betrügen; jemanden mit kleineren Lügen reinlegen

belatschern – überreden. "Belatschert" man jemanden, dann redet man so lange auf ihn ein, bis er endlich zustimmt.

sich beömmeln – über etwas lachen

betuppen – jemanden (um kleinere Geldbeträge, z.B. beim Wechselgeld im Geschäft) betrügen; jemanden übers Ohr hauen

betutteln – jemanden verwöhnen; sich um jemanden kümmern. Jemand, der "betuttelt" wird, bekommt sehr viel Zuneigung und Fürsorge.

Bömmsken – Bonbon oder auch Geschenk

Bohei – unnötiges Aufheben um eine Sache. Wird man aufgefordert "kein Bohei zu machen", sollte man sich beruhigen.

boah – Ausruf des Erstaunens. Dient oft als Einleitung eines Satzes: "Boah, is dat ne abgezuppte Olle!".

bräsig – 1) leicht betrunken 2) genervt, verärgert; "Bisse bräsig?", fragt man, wenn man glaubt, dass jemand ein bisschen zu viel getrunken oder einfach schlechte Laune hat.

Brass – Wut; Ärger. Wer "in Brass" ist, der regt sich über etwas auf.

Brassel – Stress. Wer "viel Brassel am Kopp" hat, der hat viel zu viel zu erledigen.

Bratze – abfällige Bezeichnung für eine sehr hässliche oder auch sehr unsympathische Frau

Dadderich – Zittern der Hände. Alkoholiker zum Beispiel haben einen "Dadderich", wenn sie nicht genug Alkohol getrunken haben.

Dassel – Kopf. Wer "ein vorn Dassel kriegt", dem passiert unverhofft etwas Schlimmes

Dez – Kopf. Wer "ein aufen Dez bekommt" hat nur ein bisschen Pech.

Döneken – Anekdote; eine lustige oder auch übertriebene Geschichte. Wenn jemand "Dönekes erzählt", dann übertreibt er ein bisschen.

Dröppel – ein niedliches Kind. "Is dat dröppelig" heißt "Ist das süß".

Erpelschluth – Kartoffelsalat. Frei nach dem kulinarischen Motto im Pott "billig und macht satt" ist der Kartoffelsalat ein beliebtes Gericht bei Feiern aller Art.

ey – Ein Füllwort der mündlichen Rede, das in Denkpausen in den Satz eingefügt wird. Kann auch am Satzanfang stehen, um Aufmerksamkeit einzufordern: "Ey, hömma zu."

Fitsch – Schnäppchen; Einkauf zu einem günstigen Preis. Wer "en Fitsch macht", der hat etwas zu sehr guten Konditionen erworben.

futschikato – Wenn etwas "futschikato" ist, dann hat man es verloren oder es ist einfach weg.

Gesocks – abfällige Bezeichnung für Menschen, die man verachtet; schlechte Gesellschaft

gibbeln – kichern

Hempel – ein typischer Familienname im Ruhrgebiet. Sprichwörtlich ist die Unordnung, die bei Hempels herrscht. Ist es irgendwo nicht aufgeräumt, sagt man nicht nur im Ruhrgebiet: "Hier sieht et aus wie bei Hempels untert Sofa."

ipschig – süß

Kabäusken – kleiner Raum.

Käffken – Kaffee. Meist benutzt, wenn es um gemütliches oder genussvolles Kaffeetrinken geht.

Kawenzmann – großer Mensch oder großes Tier. Wenn ein Angler zum Beispiel "soooo nen Kawenzmann" gefangen hat, dann wird abends die ganze Familie davon satt.

kiebig –gereizt; zickig; schnippisch. Jemand, der "kiebig" ist, wird auch bei geringen Anlässen schnell sauer.

Killefitt – Unsinn.

Klüsen – geschwollene Augen. Wird auch umgangssprachlich generell für Augen benutzt.

kniepig – geizig

Kniffte – Butterbrot. "Ne Kniffte mit ohne Firlefanz" ist ein Brot mit Butter aber ohne weiteren Belag.

knöttern –meckern; rummosern.

krücken – 1) hart arbeiten. 2) "ein krücken" – Betrug in wenig schwerer Form

krüsselig – mit kleinen Locken; kraus

Kumpel 1) Arbeiter im Bergbau 2) Freund, guter Bekannter

malochen hart arbeiten. Wer "auf Maloche geht" geht zur Arbeit

Matte – lange Haarpracht. Wer seine Haare nicht regelmäßig schneidet, hat schnell "sooo ne Matte"

meschugge – verrückt.

Mottek – Hammer. Wird vor allem für den Hammer des Bergmanns benutzt.

Muffe – Angst. Jemand der "Muffensausen hat", hat große Angst vor etwas.

nölen –meckern.

Oscheck – ein großer Gegenstand oder Mensch

Panhas – billiges und sättigendes Essen, eine Spezialität im Ruhrpott

pesen – schnell laufen oder fahren

picheln – Alkohol trinken, jedoch nicht so, dass man richtig betrunken wird

pille-palle – einfach. Wenn man etwas "pille-palle" findet, dann schätzt man es nicht als Schwierigkeit ein.

Pinnoreck – ein komischer kleiner Gegenstand, dessen Namen man nicht kennt

plästern – 1) stark regnen 2) "sich einen plästern" – sich betrinken 3) Geld verplästern – Geld unkontrolliert ausgeben

Plörre – billiges alkoholisches Getränk, das nicht sehr gut schmeckt

Pülleken – kleine Flasche. Wenn der Ruhri allerdings ein "Pülleken Bier" bestellt, will er einen halben Liter und nicht weniger. Ein "Pülleken pissfix" ist ein Getränk, dass dazu führt, dass man schnell auf Toilette muss – Bier zum Beispiel

ratzen – schlafen. Jemand der "ratzt", schläft tief und fest.

schawenzeln – einschmeicheln. Wer um jemanden "rumschawenzelt", bleibt immer in der Nähe und sucht Kontakt.

Schisselameng – etwas Uninteressantes oder Wertloses

Schmackes – Kraft. Wer jemandem "mit Schmackes" eine reinhaut, der schlägt feste zu.

Sperenzkes – unnötige Umstände machen; etwas unnötig erschweren

Spökes – Scherze; lustiges oder albernes Verhalten

töffte – toll

Tullux – Unsinn

verkasematuckeln –gierig und mit viel Appetit essen

vernatzen – jemanden auf lustige Art und Weise reinlegen

wacker – schnell

Zymtzicke – beleidigende Anrede für eine schnippische Frau

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