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Aktuell Europa

Vogelgrippe: Wildgänse unter Verdacht

Wildgänse könnten nach Ansicht von Experten für die Vogelgrippe in drei Geflügelbetrieben in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien verantwortlich sein. Dafür sprächen die Flugrouten.

Die Betriebe lägen auf Zugrouten von Wildgänsen, die von Deutschland nach den Niederlanden weitergezogen seien. "Das würde passen mit dem Ausbruch in den Niederlanden", sagte der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Thomas Mettenleiter, der Deutschen Presse-Agentur. Zudem gebe es eine andere Zugroute, die von Island über Großbritannien zu den Benelux-Staaten führt. "Das würde passen mit dem Ausbruch in Großbritannien." Die Vogelgrippe oder Geflügelpest kann auch dem Menschen gefährlich werden.

Nach Erkenntnissen des FLI gibt es keine direkten Kontakte zwischen den Betrieben. Es gebe auch keine Hinweise auf eine gemeinsame Quelle wie Futtermittel, sagte Mettenleiter. Das FLI ist das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit.

Erreger-Subtyp neu für Europa

In Heinrichswalde in Mecklenburg-Vorpommern und im niederländischen Hekendorp waren bei den erkrankten Tieren der Vogelgrippe-Erreger vom Subtyp H5N8 festgestellt worden. In europäischen Wildvogelbeständen hat es laut FLI diesen Subtyp allerdings noch nicht gegeben. Bislang ist der Erreger nur bei asiatischen Wildvögeln dokumentiert.

Experten inspizieren die von Vogelgrippe betroffene englische Entenfarm (Foto: Reuters)

Experten inspizieren die von Vogelgrippe betroffene englische Entenfarm

Die Untersuchungen in Großbritannien zum Erregertyp dauern noch an. Dass es sich um die für den Menschen besonders gefährliche Variante H5N1 handelt, an der sich seit 2003 weltweit mehr als 600 Menschen infizierten, schlossen die britischen Agrarbehörden allerdings aus. In dem betroffenen Betrieb, einer Entenzuchtfarm in Yorkshire wurden 6000 Tiere vorsorglich getötet und eine Sperrzone mit zehn Kilometer Durchmesser errichtet.

In den Niederlanden wurden 150.000 Legehennen der betroffenen Anlage nahe Utrecht gekeult. Im gesamten Land ist der Transport von Geflügel derzeit untersagt. In Mecklenburg-Vorpommern waren nach Ausbruch der Vogelgrippe in einem Mastbetrieb 31.000 Puten getötet worden.

EU lobt Maßnahmen

Die EU-Kommission zeigte sich mit dem Vorgehen der Niederlande und Großbritanniens zufrieden. "Wir können das Verhalten der Behörden der beiden Mitgliedsstaaten nur loben", sagte ein Sprecher von EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis in Brüssel. Voraussichtlich am Donnerstag würden Experten aus den 28 EU-Staaten über die Lage beraten. Nach Ansicht der Bundesregierung geht von dem befallenen Putenbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern nach Tötung der Tiere keine Gefahr mehr aus. Der Fall sei abgeschlossen. Es seien auch keine weiteren Erkrankungen bekanntgeworden, sagte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums.

wl/qu (dpa)