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Aktuell Asien

Vogelgrippe-Virus erreicht Peking

Trotz drastischer Maßnahmen breitet sich das Vogelgrippe-Virus in China weiter aus. Erstmals ist der Erreger nicht mehr auf wenige Provinzen im Osten des Landes begrenzt. Die Behörden sind alarmiert.

Erstmals wurde in der chinesischen Hauptstadt Peking der Erreger bei einem Menschen nachgewiesen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Betroffen ist ein sieben Jahre altes Mädchen. Die bisher mit dem H7N9 Virus diagnostizieren 48 Patienten kamen aus der Millionenmetropole Shanghai sowie den umliegenden ostchinesischen Provinzen. Elf von ihnen starben.

Das infizierte Mädchen war am Donnerstag mit Fieber, Husten, Hals- und Kopfschmerzen in ein Pekinger Krankenhaus gebracht worden. Ihr Zustand sei inzwischen aber stabil, sagte der behandelnde Arzt. Als mögliche Erklärung für die Infektion des Mädchens sagte er, dass ihre Eltern mit lebendem Geflügel in einem Außenbezirk Pekings handelten.

"Noch keine Epidemie"

Bislang hatten die Weltgesundheitsorganisation WHO und das chinesische Gesundheitsministerium nicht von einer Epidemie gesprochen, da alle Fälle lokal begrenzt waren. Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es zudem keine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch.

Nachdem das Virus bei Tauben in Shanghai diagnostiziert worden war, hatten chinesische Behörden 20.000 Hühner, Enten, Gänse und Tauben vorsorglich keulen lassen. Märkte wurden geschlossen, Tausende Vögel in anderen Provinzen geimpft. Offenbar konnte trotzdem die Ausbreitung des Virus nicht verhindert werden.

Erhöhtes Risiko

China gilt als Land mit erhöhtem Vogelgrippe-Risiko, da es zu den weltweit größten Produzenten von Geflügelfleisch gehört und viele Menschen und Hühner leben in ländlichen Regionen eng beieinander. An der weiter verbreiteten H5N1-Variante der Vogelgrippe starben seit 2003 bis Mitte März dieses Jahres weltweit mehr als 360 Menschen.

GD/nem (dpa, afp, rtr)