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Politik

Vogelgrippe: Die Europäische Union sorgt vor

Die Europäische Union kämpft mit einer Reihe von Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Vogelgrippe in Europa. Akute Gefahr für Menschen besteht nicht, Vogelgrippe ist eine Tierseuche. Noch.

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Influenza im Anflug?

Besteht in einem Land der Verdacht auf Vogelgrippe, prüfen Experten im EU-Speziallabor in Weybridge bei London, ob es sich um den für den aggressiven Erreger H5N1 handelt. Der betroffene Mitgliedstaat muss jedoch bereits Schutzmaßnahmen ergreifen, bevor das endgültige Ergebnis vorliegt.

Schutzzonen

Vogelgrippe-Virus H5N1 in Italien nachgewiesen

H5N1 in Italien nachgewiesen

In einem Umkreis von drei Kilometern um den Seuchenherd gilt für Geflügel die Stallpflicht. Die in diesem Gebiet liegenden landwirtschaftlichen Betriebe werden desinfiziert. In einer Überwachungszone von zehn Kilometern gelten unter anderem Transportbeschränkungen und verschärfte Hygienevorschriften. Zudem ist die Jagd auf Wildvögel verboten. Bestätigt sich der Verdacht auf H5N1, bleiben die Vorkehrungen mindestens 21 Tage in der Sicherheitszone und mindestens 30 Tage in der Überwachungszone in Kraft. Seit 2003 besteht Meldepflicht für die Bestände aller Geflügelhalter, falls dort Vogelgrippe ausbricht.

Geld und Verbote

Vogelgrippe in Nigeria

Vogelgrippe auch in Nigeria

Die Kommission unterstützt vorbeugende Maßnahmen in den Mitgliedstaaten, unter anderem mit Geldzahlungen. Seit Sommer 2005 hat die Behörde etwa 2,9 Millionen Euro für nationale Frühwarnsysteme in den 25 EU-Staaten bereitgestellt. Weitere knapp zwei Millionen Euro wurden am 15. Februar für nationale Frühwarnprogramme bewilligt. Bis Dezember 2006 sollen in den Mitgliedstaaten rund 60.000 Wildvögel und 300.000 Zuchtvögel auf Vogelgrippe getestet werden. Deutschland erhält dafür 268.000 Euro aus Brüssel. Zugleich greift Brüssel betroffenen Drittstaaten finanziell unter die Arme: Im Januar 2006 sagte die Kommission 80 Millionen Euro für die Bekämpfung der Tierseuche in Entwicklungsländern zu.

Außerdem hat die Brüsseler Behörde eine Reihe von Einfuhrverboten für bestimmte Geflügelprodukte und lebende Tiere verhängt. Die Einfuhr von unbehandelten Federn aus Drittstaaten ist seit 15. Februar verboten. Federn und Federteile müssen jetzt so vorbehandelt sein, dass eine Einschleppung des auch für den Menschen gefährlichen Virus H5N1 ausgeschlossen ist. Bislang galt die Bestimmung nur für Länder außerhalb der EU, die von der Vogelgrippe betroffen sind. Das Verbot bleibt bis zum 31. Juli in Kraft.

Was tun mit dem Federvieh?

Vogelgrippe Hühner Legehennen im Stall

Sie müssen drinnen bleiben

"Wir müssen dafür sorgen, dass die Vogelgrippe nicht zur Epidemie in Europa wird", mahnte Gudjon Magnusson von der Weltgesundheitsorganisation am Mittwoch (15.2.) bei einem Besuch in der Ukraine. Zusammen mit den Mitgliedstaaten will die EU-Kommission Pläne für den Fall verabschieden, dass die Vogelgrippe auf Höfe mit Zuchtgeflügel übergreift. Zu den möglichen Maßnahmen gehören unter anderem Vorschriften für die Notschlachtung von Geflügel.

Aufgeschreckt von der raschen Verbreitung der Vogelgrippe gilt mittlerweile auch in Frankreich, Schweden, Norwegen und der Schweiz die Stallpflicht für Geflügel. Karl-Heinz Florenz, Vorsitzender des Umweltausschusses im Europaparlament, forderte eine sofortige EU-weite Stallpflicht. Eine Entscheidung darüber solle beim nächsten Treffen der EU-Landwirtschaftsminister am kommenden Montag getroffen werden. Zahlreiche europäische Regierungen haben bereits ihre Landwirte angewiesen, Geflügel nicht mehr im Freien zu halten. Damit soll die Übertragung der Vogelgrippe über Zugvögel auf Nutztierbestände verhindert werden.

Verhaltensregeln für Menschen

Trotz des Auftretens der Vogelgrippe in Deutschland sehen Politiker und Experten keine gewachsene Gefahr für die Menschen. "Es hat sich an der Situation nichts geändert. Es ist halt eine Tierseuche", sagte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. Es bestehe keine Infektionsgefahr für Menschen, so lange diese keinen Kontakt zu infizierten Tieren hätten. Auch Reisende aus Ländern mit Vogelgrippe müssen sich auf Unbequemlichkeiten einstellen. Da nach Einschätzung der Fachleute das Hauptrisiko für eine Einschleppung weiter im illegalen Import von Geflügel und Geflügelprodukten besteht, gelten verstärkte Kontrollen an den Grenzen. Diese gibt es bereits seit einigen Wochen.

Starenschwarm auf Nahrungssuche

Vögel kennen keine Grenzen

Außerdem sollen Reisende intensiver über das angemessene Verhalten informiert werden. Der Generaldirektor für Gesundheit und Verbraucherschutz der EU-Kommission, Robert Madelin, warnte vor Panikreaktionen. "Selbst im Falle einer Vogelgrippe-Pandemie würden nur wenige Menschen erkranken. Und die meisten Erkrankten würden wieder gesund werden", sagte Madelin in einem Zeitungsinterview. "Wir sind sehr gut vorbereitet." Es gebe auch keinerlei Gesundheitsrisiken beim Verzehr von Geflügel. (arn)

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