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Aktuell Afrika

Vizepräsident Burundis flieht nach Europa

Wenige Tage vor der Parlamentswahl ist Burundis Vizepräsident Rufyikiri nach Belgien geflohen. Er könne die von Präsident Nkurunziza angestrebte dritte Amtszeit nicht mehr unterstützen, sagte er in einem DW-Interview.

Gervais Rufyikiri, einer von zwei Vizepräsidenten und prominentes Mitglied der Regierungspartei, hält nichts mehr in dem seit Wochen krisengeschüttelten Land. Er könne das verfassungswidrige Bestreben von Präsident Pierre Nkurunziza nach einem weiteren Mandat nicht mehr unterstützen, sagte Rufyikiri. Der Kurs des Staatschefs habe das Land in eine tiefe Krise gestürzt.

Mitglieder der Elite verlassen das Land

Damit schließt sich Rufyikiri der Opposition an, die seit Ende April gegen das Vorhaben protestiert. Vor Rufyikiri waren aus der Elite des Landes unter anderem ein Verfassungsrichter und Mitglieder der Wahlkommission ins Ausland geflohen.

Das Land befindet sich seit Nkurunzizas Ankündigung einer erneuten Kandidatur Ende April in einer schweren Krise. Die Opposition sieht darin einen Verfassungsbruch sowie eine Verletzung des Abkommens, das 2006 nach 13 Jahren Bürgerkrieg den Frieden in Burundi besiegelte. Seit Wochen anhaltende Proteste konnten den Staatschef jedoch nicht zur Umkehr bewegen.

Präsidentschaftswahl am 15. Juli

Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Aprodh wurden bei gewaltsamen Ausschreitungen schon mindestens 70 Menschen getötet und 500 weitere verletzt. Mehr als 100.000 Menschen sind vor der Gewalt in die Nachbarländer geflohen.

Am Montag soll ein neues Parlament gewählt werden, am 15. Juli soll dann ein neuer Präsident bestimmt werden. Die EU, die USA und die UN hatten eine Verschiebung der Wahl bis zur Beilegung der Krise gefordert.

pg/uh (dpa, afp, epd)