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Kultur

Vive Victor Hugo!

Die Legende Victor Hugo lebt: Auch 200 Jahre nach seiner Geburt am 26. Februar 1802 ist der französische Schriftsteller noch längst nicht "out". In diesen Tagen feiert Frankreich seinen großen Sohn.

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Der Schriftsteller ist allgegenwärtig

Victor Hugo war Schriftsteller, Dichter, Visionär und Politiker. Sein Leben (1802-1885) hat fast das ganze 19. Jahrhundert umfasst, und sein Oeuvre hat sich mit den Kämpfen und Utopien seiner Zeit vereint. Nur wenige Schriftsteller haben sich so mit ihrer Zeit identifiziert. Der in Besançon geborene Dichter ist zu einer Legende geworden, die ganz Frankreich bereits seit Wochen feiert.

Hugo sagte den Euro voraus

Er war den heutigen Politikern um mehr als ein Jahrhundert voraus. "Der Kontinent wird aus einem Volk bestehen. Eine kontinentale Währung wird alle absurden Geldvarianten ersetzen." Diese Rede über die Vereinigten Staaten von Europa hielt Victor Hugo am 24. Februar 1855. Er forderte die Abschaffung der Todesstrafe, was erst die Regierung Mitterand (1981-1995) in die Tat umsetzte. Er setzte sich für die Rechte der Frauen ein, kämpfte gegen Unterdrückung und Sklaverei. Ein Schriftsteller sollte nach der Vorstellung Hugos ein Seher und Visionär sein – er selber löste diese Vorstellung vollends ein.

An Hugo kommt niemand vorbei

Filmszene aus Notre Dame von Victor Hugo

Filmszene aus "Der Glöckner von Notre Dame"

Vom Grundschüler bis zum Minister: In Frankreich kommt am Autor der "Elenden" und des "Glöckners von Notre Dame" derzeit niemand vorbei. Für Millionen Schüler begann der Unterricht im Hugo-Jahr mit der vom Erziehungsministerium verordneten Lektüre seiner Texte. Minister Jack Lang las Pariser Gymnasiasten aus dem Gedichtband "Chatiments" vor. Zudem schrieb er einen Wettbewerb aus, in dem sich Jugendliche von Hugos Kämpfen inspirieren lassen und ein zehnminütiges Plädoyer verfassen sollen. Die besten Adepten des politischen Literaten dürfen ihre Rede am 9. März in der Nationalversammlung einer Jury vortragen.

Ein Mann wie ein Ozean

Die Säulen des Kulturbetriebs sind mobilisiert. Die Comedie Francaise gibt eine Neuinszenierung von "Ruy Blas", die Nationalbibliothek widmet dem vielseitigen Künstler vom 19. März bis zum 23. Juni 2002 die Ausstellung "L'Homme ocean". Die renommierte Academie Francaise würdigt ihr einst schwieriges Mitglied - Hugo wurde erst im fünften Anlauf aufgenommen - am 28. Februar 2002 mit einer Feierstunde.

Die Strahlkraft des großen Franzosen aber reicht weit über seine Heimat hinaus. Auch in Mali, Jerusalem und Sofia sind Gedenkveranstaltungen geplant. Die höchste Anerkennung wurde ihm jedoch schon am 1. Juni 1885 zuteil: Mehr als zwei Millionen Menschen wohnten der Überführung seiner Asche ins Panthéon bei - das Ehrengrab für Frankreichs Nationalhelden. (pg)

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