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Sport

Vitali Klitschko verteidigt WM-Titel

Keine Wachablösung beim Boxen: Der 40-jährige Vitali Klitschko bleibt Boxweltmeister im Schwergewicht des Verbandes WBC. Der Ukrainer besiegte den Briten Dereck Chisora nach zwölf Runden einstimmig nach Punkten.

Vor 12.500 Zuschauern in der ausverkauften Olympiahalle in München behielt der 13 Zentimeter größere Klitschko in dem Kampf jederzeit die Kontrolle. Chisora versuchte, den Weltmeister mit schnellen Attacken in Bedrängnis zu bringen und schaffte dies auch ansatzweise. Klitschko behielt jedoch jederzeit die Oberhand.

Chisora provoziert und prügelt sich

Vergiftet wurde die Atmosphäre im Ring durch die Provokationen Chisoras vor dem Kampf, die am Freitag beim öffentlichen Wiegen ihren Höhepunkt erreichten, als der Herausforderer den Weltmeister ohrfeigte. Dieser Schlag wird teuer: Der World Boxing Council (WBC) verfügte, Chisora müsse zehn Prozent seiner Kampfbörse, also 50.000 Dollar, als Strafe zahlen. Das Geld soll wohltätigen Zwecken zugute kommen. Auch der britische Boxverband drohte Sanktionen an. Die Rede ist gar von einer Sperre Chisoras.

Auch nach dem Kampf sorgte der britische Profiboxer für wüste Szenen: Bei der Presskonferenz lieferte er sich eine Prügelei mit dem ehemaligen Weltmeister David Haye und wurde daraufhin festgenommen. Wegen dieser Vorkommnisse erwägt der Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) ein lebenslanges Box-Verbot für Chisora und Haye in Deutschland.

Klitschko erklärte nach dem Kampf: "Sportlich hat Chisora eine gute Leistung gezeigt. Aber menschlich habe ich keinen Respekt vor ihm." Vitalis Bruder Wladimir sagte: "Ich schäme mich für solche Sportler wie Chisora." Für den 28-jährigen Briten war des die dritte Niederlage im 18. Kampf.

Titel in Brüderhand

Mit dem Punktsieg über Chisora verteidigte Vitali Klitschko seinen Titel zum achten Mal erfolgreich. Alle vier bedeutenden WM-Gürtel bleiben somit im Besitz der Klitschkos. Vitalis jüngerer Bruder Wladimir ist Schwergewichts-Champion der Boxverbände IBF, WBO und WBA. In 14 Tagen wird er seine WM-Titel in Düsseldorf gegen den Franzosen Jean-Marc Mormeck verteidigen.

Autoren: Michael Wehling/Olivia Fritz (dpa,sid,dapd)
Redaktion: Susanne Eickenfonder