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Wirtschaft

Visa vor Rekord-Börsengang

Die USA stehen vor dem größten Börsengang ihrer Geschichte: Kreditkartenkonzern Visa will bei seiner mit Spannung erwarteten Erstnotiz 19 Milliarden Dollar erlösen - so viel wie kein anderes US-Unternehmen je zuvor.

Kombo aus Visa- und Mastercard-Logos (Quelle: AP)

Visa-Konkurrent Mastercard ist bereits 2006 an die Börse gegangen

Angeboten werden 406,6 Millionen Aktien zu einem Preis zwischen 37 und 42 Dollar, gab Visa am Montag (25.2.2008) bekannt. Bei großer Nachfrage können weitere 40,6 Millionen Aktien ausgegeben werden. Visa will mit dem Gang an die Wall Street bis zu 18,7 Milliarden Dollar (13,4 Milliarden Euro) einnehmen, wie aus einem am Montag veröffentlichten Dokument der US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Die Pläne für den Börsengang sind zwar schon seit Oktober 2006 bekannt, bisher war jedoch lediglich von einem Volumen von rund zehn Milliarden Dollar die Rede gewesen. Visa plant den Börsengang ("Initial Public Offering" oder IPO ) nach bisherigen Angaben noch im ersten Halbjahr 2008.

Erster Börsengang seit Sommer 2007

Menschen zwischen Anzeigetafdeln und Monitoren (Quelle: AP)

Visa an der Wall-Street: Der erste Börsengang seit Sommer 2007 ist auch der größte der US-Geschichte

Visa strebt damit den ersten großen Börsengang an der Wall Street seit Sommer 2007 an. Seither hat vor allem die Unsicherheit wegen der US-Immobilienkrise dafür gesorgt, dass sich kaum noch Firmen aufs Parkett trauten. Visa bereitet sich seit Monaten auf den Börsengang vor und entließ dafür unter anderem seine Europa-Sparte in die Unabhängigkeit.

Mit dem Schritt folgt Visa dem Konkurrenten Mastercard, der vor knapp zwei Jahren an die Börse ging. Der kleinere Rivale erlöste damals 2,4 Milliarden Dollar. Der bislang größte Börsengang eines US-Unternehmens war im Jahr 2000 die Erstnotiz des Mobilfunkanbieters AT&T Wireless für damals 10,6 Milliarden Dollar. Visas Schritt aufs Parkett wäre im Fall der Höchstsumme zudem laut Finanzdatenanbieter Bloomberg der weltweit zweitgrößte Börsengang hinter dem der chinesischen Bank ICBC im Jahr 2006.

Halbes Unternehmen steht zum Verkauf

Derzeit gehört der Kreditkartenbetreiber seinen weit über 10.000 Mitgliedsbanken. Gemäß dem bei der Börsenaufsicht eingereichten Angebot stehen gut die Hälfte aller Visa-Aktien zum Verkauf. Der Konzern sei der weltweit führende Anbieter im elektronischen Zahlungsverkehr, heißt es in den Unterlagen. Visa kommt auf knapp doppelt so viele Zahlungstransaktionen im Jahr wie der größte Wettbewerber Mastercard. Seit der Erstnotiz von Mastercard im Mai 2006 hat sich der Aktienkurs rund verfünffacht auf zuletzt über 203 Dollar. Mastercard ist damit an der Börse knapp 27 Milliarden Dollar wert. Am Montag gab die Mastercard-Aktie im frühen Handel leicht nach.

Visa verdoppelte im Schlussquartal 2007 seinen Konzerngewinn auf 424 Millionen Dollar bei 1,4 Milliarden Dollar Umsatz. Mastercard verdiente auch durch hohe Gewinne aus einem Anteilsverkauf 304 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 1,1 Milliarden Dollar. (sams)

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