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Kultur

Virtuelle Brücke

Dem Dialog mit der islamischen Welt geben Bundeszentrale für politische Bildung, Deutsche Welle, Goethe-Institut Inter Nationes und Institut für Auslandsbeziehungen eine Plattform: das Internetportal Qantara.de.

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Qantara.de gibt's auch auf Arabisch

Qantara ist arabisch und bedeutet Brücke. Mit dem Ziel, eine Brücke des Dialogs zwischen dem europäischen und islamischen Kulturkreis zu schlagen ist am 13. März eine neue Website online gegangen. Das Projekt sei auf Anregung des Auswärtigen Amtes zu Stande gekommen, erklärte Lorenz Lorenz-Meyer, der verantwortliche Redakteur. Die Aufgabe übernommen haben dann drei Institutionen, deren Aufgabe per Definition in einer Mittlerrolle im interkulturellen Dialog liegt: das Goethe-Institut, das Institut für Auslandsbeziehungen und die Deutsche Welle. Später stieg auch die Bundeszentrale für politische Bildung mit in das Projekt ein.

Die Arbeit an dem Dialogportal begann im Oktober 2002. Das Ziel des Internet-Angebots definiert Lorenz Lorenz-Meyer so: "Wir haben uns bemüht, ein Internetangebot zu konzipieren, das eine Plattform für den Dialog zwischen der deutschen und der islamischen Welt bietet."

Interkultureller Redaktionsalltag

Bereits in der Zusammensetzung des Redaktionsteams erfüllt sich dieser Anspruch: ein Deutsch-Iraner, eine Deutsch-Syrerin und zwei deutsche Redakteure, die aus ihrer vorherigen Arbeit viele Kontakte in die arabische Welt haben arbeiten in den Räumen der Deutschen Welle in Köln. Qantara.de bietet alle Inhalten in drei Sprachen an: Deutsch, Englisch und Arabisch. Dazu erklärt Ingo Mannteufel, der die DW im Redaktionsbeirat vertritt, dass die Qantara-Redaktion eigenständig arbeite und alle Projektträger ihre vorhandenen Inhalte beisteuern. Dies führe dazu, dass die DW gerade hinsichtlich Analysen, Hintergrundinformation und journalistischer Berichterstattung sehr stark sei. Aber auch die anderen Partner lieferten je nach ihren Stärken entscheidende Inhalte.

Denn die vier Redakteure sind allein nicht in der Lage, den gesamten Inhalt selbst zu gestalten. Die Partnerorganisationen (Goethe-Institut, Inter Nationes, ifa, die Bundeszentrale für politische Bildung und die Deutsche Welle) stellen ihre Texte zur Verfügung. Ingo Mannteufel erklärt, dass die Inhalte entsprechend der jeweiligen Zielgruppe gewichtet sind, wobei Deutsch sich an Deutsche und Deutschsprachige richtet, die sich für den Dialog mit der islamischen Welt interessieren. Die englischen und arabischen Seiten richten sich vor allem an Muslime, die sich für den Dialog mit der europäischen oder der deutschen Welt interessieren.

Lange vor dem Krieg geplant

Aktuelle Informationen und Hintergründe zum Irak-Krieg finden sich derzeit auch bei Qantara.de. Dass die Freischaltung des Portals und der Ausbruch des Krieges zeitlich zusammenfallen, ist aber für Lorenz Lorenz-Meyer eher ein unglücklicher Zufall: "Wir gehen auf den Irak-Krieg ein, denn die ganze islamische Welt ist durch diesen Konflikt sehr stark betroffen, und das wird sich in unseren Inhalten widerspiegeln. Aber das Angebot ist sehr viel reicher." Es gehe nicht nur um den Irak-Krieg und auch nicht vorrangig um das Terrorismus-Thema. Vielmehr stehe die ganze Bandbreite kultureller, politischer und gesellschaftlicher Fragen im Vordergrund.

So finden sich jetzt schon Beiträge und Dossiers zu einem weiten Spektrum: EU-Beitritt der Türkei, Dialog der Religionen in der Gesellschaft, Rolle der Frau und feministische Strömungen im Islam. Außerdem gibt es aktuelle Buchbesprechungen, Veranstaltungstipps und einen Newsletter. Eine umfangreiche Datenbank informiert über Projekte zum Islamdialog, ein extra Verzeichnis bietet über 100 thematisch sortierte Links zu Themen rund um die Dialog der Kulturen. Und an Neuigkeit soll es in Zukunft nicht mangeln, verspricht Ingo Mannteufel: "Das was jetzt im Internet vorhanden ist, ist der erste Schritt. Langfristig ist natürlich gedacht, die Kooperation und den Dialoggedanken auszuweiten und gerade in der islamischen Welt Partner zu finden und Kontakte für einen Dialog herzustellen."

Einladung zum Dialog

Zum Dialog gehören bekanntermaßen immer mehr als einer. Deshalb, so betont Ingo Mannteufel, sind alle Nutzer von Qantara.de ausdrücklich aufgefordert und eingeladen, sich mit Meinungen, Kritik und Anregungen an die Redaktion zu wenden.

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