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Deutschland

Virologe warnt vor Grippewelle

In Deutschland steigt die Zahl der Schweinegrippe-Fälle weiter an. Ein Virologe erwartet eine "riesige Krankheitswelle". Derweil droht Streit um die Impfungen.

Frau schnäuzt (Foto: ap)

Erkältung oder Grippe?

Der Virologe Alexander Kekulé von der Universität Halle-Wittenberg rechnet mit einem enormen Anstieg der Fälle. "Es ist der Beginn einer riesigen Welle, die Zahl der Infektionen im Inland wird in den nächsten Wochen dramatisch zunehmen", sagte er am Wochenende. "Zum Glück verlaufen die meisten Erkrankungen derzeit relativ milde. Ich glaube auch nicht, dass sich das deutlich ändern wird", sagte der Virologe. Die befürchtete "tödliche Hochzeit" zwischen Vogel- und Schweinegrippe-Erreger zu einem Killer-Virus werde es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht geben.

Was tun, wenn man Schweinegrippe hat?

Ärzte in Taipei mit Mundschutz (2003)

Muss nicht sein, sagt der Hygiene-Experte

Häusliche Isolation ist nach Ansicht des Lübecker Hygiene-Experten Werner Solbach im Krankheitsfall ausreichend. Das Krankheitsbild ähnle in vielen Fällen einer Erkältung. Der Erkrankte solle den Kontakt zu anderen Menschen meiden, Partner oder Kinder könnten aber weiter ganz normal leben. Niemand müsse Angst haben, sagte der Direktor des Hygieneinstituts der Lübecker Uniklinik der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Neue Analysen der Weltgesundheitsorganisation WHO ergaben, dass sich weltweit weiter vor allem junge Menschen anstecken. Das Durchschnittsalter aller bisher Erkrankten liegt bei 12 bis 17 Jahren. Für die aktuelle Analyse wurden Daten aus Kanada, Chile, Japan, Großbritannien und den USA ausgewertet, hieß es. Von schweren oder gar tödlichen Verläufen seien eher ältere Menschen betroffen, teilte die Organisation mit.

Wer zahlt?

Streit droht um die Kosten der von den deutschen Bundesländern bestellten 50 Millionen Schweinegrippe-Impfdosen. Nach Berechnungen des Bundesgesundheitsministeriums belaufen sich die Kosten auf mindestens 14 Euro pro Person. Wer für Lagerung und Transport der Impfstoffe, die Impfungen selbst sowie für die Information der Bürger aufkomme, sei noch völlig offen, berichtet der "Spiegel". "Da stehen noch harte Verhandlungen an", sagte der thüringische Gesundheits-Staatssekretär Falk Oesterheld dem Magazin.

Von Urlaubern belagert ist die Bucht von Cala Millor auf der Ferieninsel Mallorca (Foto: dpa)

Die meisten Fälle gibt es nach wie vor bei Spanien-Rückkehrern

Beim Robert Koch-Institut in Berlin sind bundesweit mehr als 2800 Erkrankungen registriert. Neuerkrankungen werden vor allem bei Spanien-Urlaubern diagnostiziert. Weltweit sind mehr als 140 Patienten gestorben. An der "normalen" Grippe erkranken jedes Jahr Millionen Menschen - 8000 bis 11.000 sterben.

Auch Sportler erwischt es

In München erkrankten fünf Polizisten an Schweinegrippe. Die Gesundheitsbehörden in Norwegen schlossen am Wochenende ein internationales Feriencamp in Gloppen im Westen des Landes. 55 Jugendliche hatten sich angesteckt. Erhöhte Alarmbereitschaft wurde für das Fußball-Jugendturnier "Norway Cup" mit 30.000 Teilnehmern in Oslo angeordnet. Auch der deutsche Handball-Nationalspieler Dominik Klein vom deutschen Rekordmeister THW Kiel wurde positiv auf das Virus getestet. Der 25 Jahre alte Linksaußen befindet sich aber bereits wieder auf dem Weg der Besserung. Das gaben die Kieler am Sonntag bekannt. (sam/mas/dpa/afp)

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