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Asien

Vietnam und Kambodscha - ungleiche Nachbarn

Bundesentwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) ist in dieser Woche zu Gast in Südostasien. Zuerst besucht er Vietnam, dann geht es weiter nach Kambodscha. Zwei ganz unterschiedliche Stationen.

Karte Vietnam und Kambodscha (DW/POCK)

Eins haben Vietnam und Kambodscha gemeinsam: Beide Länder tragen tiefe Narben aus der Vergangenheit, sind gezeichnet vom Vietnam-Krieg beziehungsweise dem Völkermord der Roten Khmer unter deren Anführer Pol Pot. Mehr als drei Jahrzehnte liegen diese beiden dunklen Kapitel mittlerweile zurück. Seit den 1970er Jahren aber haben Vietnam und Kambodscha sich sehr verschieden entwickelt und stehen heute auf ganz unterschiedlichen Entwicklungsstufen.

Blick in die Werkhalle des deutschen Textil-Unternehmens Van Laack (Foto: dpa)

Blick in die Werkhalle des deutschen Textil-Unternehmens Van Laack

Zwei Länder, zwei Geschichten

Seit dem Beginn der wirtschaftlichen Öffnung in den 90er Jahren erlebt das kommunistisch regierte Vietnam einen anhaltenden wirtschaftlichen Boom. Längst hat sich das Land einen Ruf als attraktiver Investitionsstandort für Unternehmen aus aller Welt erarbeitet. Auch deutsche Firmen wie beispielsweise Mercedes oder Adidas haben hier Produktionsstätten aufgebaut. Das Image stimmt, und entsprechend groß ist mittlerweile auch das vietnamesische Selbstbewusstsein. Bis 2020 - so das Planziel der Hanoier Führung - möchte Vietnam den Status eines Entwicklungslandes überwunden haben und in den Kreis der Industrieländer aufgenommen werden. Auf der anderen Seite der Grenze sieht es dagegen ganz anders aus, von einem Aufschwung à la Vietnam ist der Nachbar weit entfernt. Bis heute zählt Kambodscha zu den ärmsten Ländern Asiens. Im Jahr 2008 lag die Wirtschaftsleistung dort pro Kopf bei durchschnittlich 806 US-Dollar. Zum Vergleich: In Vietnam betrug sie im selben Zeitaum 1025 Dollar.

Wirtschaft, Entwicklung, Demokratie

Reisverkäuferin auf den Straßen von Phnom Penh (Foto: AP)

Reisverkäuferin auf den Straßen von Phnom Penh

Die wachsende Schere zwischen Arm und Reich ist eines der zentralen Themen bei der Reise des Bundesentwicklungsministers. "In Asien stehen wie nirgendwo sonst auf der Welt rasantes Wirtschaftswachstum und technologischer Fortschritt in schroffem Gegensatz zu Massenarmut und politischer Unsicherheit", so Niebel. Bei seinen Gesprächen mit dem vietnamesischen Regierungschef Nguyen Tan Dung will er sich unter anderem darüber informieren, wie Entwicklungshilfe und Wirtschaft die berufliche Bildung fördern können.

Porträt Hun Sen (Foto: dpa)

Der kambodschanische Premier Hun Sen

Am Mittwoch (10.03.) trifft Niebel dann mit dem kambodschanischen Ministerpräsidenten Hun Sen zusammen. Von ihm und seiner Regierung fordert Niebel stärkere Bemühungen um die demokratische Entwicklung des Landes. Diesbezüglich müssten die "Anstrengungen und Fortschritte deutlicher sichtbar werden". Neben Regierungsmitgliedern spricht der Liberale außerdem mit Vertretern der Opposition und mit kambodschanischen Bürgern. Dabei soll es vor allem um die privatwirtschaftliche Entwicklung Kambodschas sowie über Möglichkeiten der Armutsbekämfung gehen.

Autorin: Esther Broders (ap/afp)
Redaktion: Thomas Kohlmann