1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Automobilbranche

Vier neue Audi-Vorstände - aber Rupert Stadler bleibt Chef

Der VW-Konzern hat bei der Tochter Audi die halbe Führungsmannschaft ausgetauscht. Ein Vertrauter von VW-Chef Matthias Müller wechselt von Wolfsburg nach Ingolstadt. Der Audi-Chef behält dagegen seinen Job.

Video ansehen 01:36

Audi im Diesel-Sumpf

Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen-Tochter Audi, Rupert Stadler (Artikelbild), bekommt vier neue Vorstände zur Seite gestellt. Der von VW-Konzernchef Matthias Müller geleitetet Aufsichtsrat berief am Montag auf einer außerordentlichen Sitzung in Ingolstadt neue Chefs für die Ressorts Finanzen, Vertrieb, Produktion und Personal.

Mit dem Austausch von vier von sieben Top-Managern will der Aufsichtsrat nach langen Querelen für Ruhe im Unternehmen sorgen. Die Marke mit den vier Ringen, die zu den wichtigsten Gewinnbringern im Mutterkonzern VW gehört, soll wieder nach vorn gebracht werden.

Zuletzt war Audi weit hinter die Konkurrenten Mercedes und BMW zurückgefallen, unter anderem wegen der teuren Folgen der Abgasaffäre und wegen hausgemachter Probleme im größten Einzelmarkt China. Der Betriebsrat kritisierte zudem das Fehlen einer Strategie für die Herstellung von Elektroautos, die Arbeitsplätze in Ingolstadt und Neckarsulm sichern soll.

Die Patriarchen stärken den Chef

Den abgelösten Vorständen wurden intern Fehlplanungen, nicht eingehaltene Zusagen und der weltweite Rückgang der Verkäufe vorgeworfen. Gesamtbetriebsratschef Peter Mosch sagte: "Die vergangenen Wochen zeigen, dass der offene und kritische Dialog eine wesentliche Basis für die Zukunft von Audi ist."

Stadler steht wegen des Dieselskandals unter Druck, hat Konzernkreisen zufolge aber weiterhin die Rückendeckung der Familien Porsche und Piëch. Nach dem Austausch des halben Vorstands soll er für Stabilität sorgen.

Die Neuen kommen aus dem Haus

Die vier neuen Vorstände kommen alle aus dem VW-Konzern und wurden einstimmig berufen. Müllers Vertrauter Wendelin Göbel, der zwei Jahrzehnte lang bei Audi war und seit 2007 das VW-Generalsekretariat in Wolfsburg leitet, wird Personalchef in Ingolstadt. Das wichtige Finanzressort übernimmt der derzeit in China tätige VW-Manager Alexander Seitz. Vertriebsvorstand wird VW-Nutzfahrzeuge-Vertriebschef Bram Schot. Produktionschef wird der frühere Leiter des Stammwerks Ingolstadt und jetzige Chef von Audi Ungarn, Peter Kössler.

Müller sagte, die vier abgelösten Vorstände - Axel Strotbek, Thomas Sigi, Hubert Waltl und Dietmar Voggenreiter - hätten die positive Entwicklung von Audi mitgestaltet. "Zuletzt ist Audi durch eine schwierige Phase gegangen". Das "neue Team im Vorstand" werde den Wandel zu E-Mobilität und Digitalisierung zusammen mit der Belegschaft vorantreiben.

Gesamtbetriebsratschef Peter Mosch forderte, dabei müssten "sowohl unternehmerischer Erfolg als auch die Belange der Belegschaft nachhaltig ausbalanciert werden". Dazu gehöre auch die optimale Auslastung der Werke. Die zeitweise geplante Streichung von Schichten hatte für Ärger gesorgt.

dk/hb (dpa, rtr)

Audio und Video zum Thema