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Deutschland

Vier Fragesteller und zwei Gesprächspartner beim TV-Duell

Wahlkampf in Deutschland wird auch im TV ausgetragen. Das Live-Gespräch zwischen Kanzler Schröder und CDU/CSU-Kandidatin Merkel am Sonntag (4.9.) gilt als Highlight. Es soll um Inhalte gehen, nicht um feuchte Hände.

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Auch die Gestik muss stimmen

Wie war das möglich? Sollen Angela Merkel und Gerhard Schröder nicht erst am Sonntag (4.9.) aufeinander treffen zum großen TV-Duell? Was sollte dann diese Ankündigung im ARD-Fernsehen vor wenigen Tagen: "Zum ersten Mal treffen Sie live aufeinander: Wie will Frau Merkel der SPD zum Wahlsieg verhelfen? Hat Herr Schröder die besseren Argumente für die CDU? Das Duell - jetzt im ARD-Morgenmagazin."

Erst Spaß, dann Ernst

Eine nette Idee: Die CDU hat in ihrer Fraktion einen Abgeordneten Schröder, und die SPD eine Politikerin Merkel, die zusammen im Studio Rede und Antwort standen - und sich köstlich über die Namensverwirrung amüsierten. Mit viel Ernst werden dagegen Kanzler und Herausforderin vor die bis zu 20 Millionen Fernsehzuschauer treten.

Tagelang rangen sie schon im Vorfeld darum, ob ein oder zwei Fernsehstreitgespräche besser seien. Schröder wollte zwei, Angela Merkel nur eines. Der Kanzler gab den Gelassenen: "Wir sollten daraus nicht das eigentliche Thema der Wahlauseinandersetzung machen. Es geht um Inhalte, es geht darum, wem wird die Erfahrung, die Standhaftigkeit, manchmal auch die Härte zugetraut, das Land in schwieriger Situation zu führen. Das sollte nicht aus den Augen verloren werden."

Ungeduld versus Gelassenheit

Schröder kann sich die Gelassenheit leisten. Er gilt als mediengewandter und TV-erfahrener als seine Herausforderin, die zudem ab und an zur Ungeduld neigt, wie auf einer Wahlkampfveranstaltung in Warnermünde, wo sie von Zwischenrufern provoziert wurde: "Und da reicht es nicht, rumzukrakeelen, wie es einige hier tun, sondern da heißt es, auch mal etwa in die Birne zu kriegen, um es mal etwas lasch zu sagen, damit man später auch ordentlich arbeiten kann."

Auch deshalb rieten ihre Berater der CDU-Chefin, nur einem Duell zuzustimmen - nicht wie vor drei Jahren zwei Sendungen. Auch, wenn das ein bisschen so wirkte, als wolle sie kneifen. Die Diskussion findet nun 90 Minuten lang mit vier Fragestellern statt: Sabine Christiansen und Maybrit Illner für die zwei öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF, Peter Kloeppel und Thomas Kausch für die privaten Programme SAT1 und RTL.

Diesmal ohne enges Fragenkorsett

Weniger steif soll es zugehen als bei der Premiere vor drei Jahren, als Gerhard Schröder und sein damaliger Konkurrent Edmund Stoiber in ein enges Korsett von Frage und Antwort gezwungen wurden. Stoiber stand damals zwei Duelle mit Schröder tapfer durch - und sah gar nicht so schlecht wie erwartet aus, wenn auch der Favorit Schröder in den Augen der Zuschauer den besseren Eindruck machte.

Der bayerische Ministerpräsident zeigte sich als Prophet beim Thema TV-Duelle: "Man mag es beklagen oder begrüßen. Es ist ein Stück Amerikanisierung. Aber ich glaube, dass wohl kein Bundestagswahlkampf mehr ohne diese direkte Diskussion und Konfrontation zwischen dem Bundeskanzler und seinem Herausforderer passieren wird."

Doch noch ein zweites TV-Treffen Merkel-Schröder

Der erfahrene TV-Regisseur Volker Weicker, der schon Fußballweltmeisterschaften inszeniert hat, will Schröder und Merkel nicht allzu stark auf die Finger schauen. Der Fokus soll auf den Argumenten liegen, Nahaufnahmen von schwitzenden Händen sind nicht geplant. Zwar gibt es nur dieses eine direkte Duell zwischen Kanzler und Kandidatin, aber begegnen werden sich beide vor den Kameras noch ein zweites Mal: Am 12. September nimmt Schröder an einer Sendung der Parteichefs in der ARD teil - der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering räumte für ihn seinen Stuhl.

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