1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Journalismus

Vier Flüchtlingsfrauen mit Journalistenpreis geehrt

Seit vergangenem Jahr wird der Raif-Badawi-Preis an mutige Journalisten vergeben. Dieses Jahr geht er an vier Flüchtlingsfrauen, die Schicksalsgenossinnen in ihrem Lager mit einem Radioprogramm unterstützen.

Der Raif Badawi Award für mutige Journalisten geht in diesem Jahr an Frauen, die ein mehrsprachiges Radioprogramm aus einem der größten Flüchtlingslager in Halabja im Irak senden. Die "Flüchtlingsjournalistinnen" aus Syrien und dem Irak zögerten nicht, kritische Themen mutig anzusprechen, hieß es in der Begründung der Jury. Dazu gehörten häusliche Gewalt, weibliche Genitalverstümmelung und Frauenrechte.

Der Preis wird unter anderem von der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung getragen. Er wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels unterstützt und am 19. Oktober im Rahmen der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse verliehen. Mit der Auszeichnung soll an das Schicksal des saudischen Bloggers Raif Badawi erinnert werden, der sich für Pressefreiheit in Saudi-Arabien einsetzt und wegen angeblicher Beleidigung des Islam zu zehn Jahren Haft und 1.000 Peitschenhieben verurteilt wurde. 

Unterstützung von Frauen in schwieriger Situation

Die Preisträgerinnen Haifa Ezzaz Ahmed, Haneen Hassan, Suzan Yahya und Shadan Fathulla aus Syrien und dem Irak hätten es sich zur Aufgabe gemacht, andere Flüchtlinge mit ihrem Dange NWE Radio zu unterstützen, so die Friedrich-Naumann-Stiftung in Berlin. Die vier Frauen haben sich die journalistischen Fähigkeiten selbst angeeignet.

"Da wir selbst Flüchtlinge sind, können wir uns viel besser in unsere Hörer hineinversetzen", wird Haifa Ezzaz Ahmed (29) aus Syrien zitiert. Stiftungsvorstand Sabine Leutheusser-Schnarrenberger erklärte: "Die vier jungen Frauen aus dem Irak und Syrien nehmen entschlossen ihre Zukunft in die eigene Hand und zeigen damit vielen anderen Hörerinnen einen möglichen Weg in die Selbstständigkeit, vielleicht sogar in die Unabhängigkeit." Das Projekt stehe für ein Versprechen: Freiheit durch Bildung.

Das zweite Mal verliehen

Zur Premiere der Auszeichnung im vergangenen Jahr war der aus Marokko stammende Journalist Ali Anouzla geehrt worden. Anouzla setze sich beispielhaft für freie Presse und Meinungsfreiheit in Marokko ein und decke durch investigative Recherche Menschenrechtsverletzungen auf, hieß es zur Begründung.

chr/SC (epd, kna)

 

Die Redaktion empfiehlt