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Ostmitteleuropa

"Vielfältige Kontakte auf allen Ebenen"

- Vor zehn Jahren wurde der deutsch-ungarische Freundschaftsvertrag unterzeichnet

Budapest, 4.2.2002, BUDAPESTER ZEITUNG, deutsch

Am Mittwoch (6.2.) feiern Ungarn und Deutschland den Abschluss des bilateralen Freundschaftsvertrags vor zehn Jahren - mit einem Festakt und einer Tagung im Außenministerium. Hausherr János Martonyi wird unter anderem Gunter Pleuger begrüßen, Staatssekretär des Auswärtigen Amts, nebst etwa 20 weiteren deutschen und 60 ungarischen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft.

"Das Symposium ist ein weiterer Meilenstein der ohnehin schon hervorragenden deutsch-ungarischen Beziehungen", urteilt Mitorganisator Sándor Peisch, als Hauptabteilungsleiter im Budapester Außenministerium zuständig für die Beziehungen der beiden Länder. "Wir werden nicht nur Bilanz ziehen, sondern können uns auch Gedanken über die Zukunft machen." Der Freundschaftsvertrag, der am 6. Februar 1992 von Helmut Kohl und seinem ungarischen Amtskollegen József Antall unterzeichnet wurde, wurde damals auf zehn Jahre geschlossen. Jetzt verlängert er sich automatisch um fünf Jahre.

Um konkrete Ideen für die Zukunft zu entwickeln, sind drei Podiums-Diskussionen zu den Themen Politik, Wirtschaft und Kultur geplant. Im Bereich Politik steht der EU-Beitritt Ungarns im Mittelpunkt. "Ungarn ist heute ganz anders in den Westen integriert als 1992", so Peisch. Damals lag die Auflösung der Sowjetunion erst Monate zurück, heute ist Ungarn Bestandteil der NATO. "Jetzt wollen wir sondieren, wie wir mit Deutschland nach unserem EU-Beitritt Europa gestalten." Denn während in Ungarn meist nur von der Abarbeitung der Beitrittskapitel die Rede ist, steht Ende Februar schon der Europäische Konvent zur Zukunft der EU an, bei dem auch von Ungarn Standpunkte erwartet werden. "Das Symposium ist eine ideale Vorbereitung."

Im Bereich Wirtschaft wird neben Perspektiven der Forschungszusammenarbeit und Investitionschancen mittelständischer deutscher Unternehmen auch die Entwicklung Ungarns zum Logistikstandort für Südosteuropa erörtert. Die Diskussionen zum Bereich Kultur drehen sich vor allem um Sprachunterricht, die 400 existierenden Städtepartnerschaften und Belange der deutschen Minderheit in Ungarn. "Die größte Errungenschaft der Beziehungen ist meiner Meinung nach die dichte und kaum zu überblickende Vielfältigkeit der Kontakte auf allen Ebenen - von den Regierungen über die Kontakte mit Bundesländern zu den Städten und den Menschen", sagt Botschafter Wilfried Gruber, dessen Einrichtung die Veranstaltung gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt und dem Bundespresseamt betreut.

Ein Thema im Bereich Kultur ist die geplante deutschsprachige Andrássy-Universität in Budapest, die im September ihren Betrieb aufnehmen soll. "Wir freuen uns auf die Universität. Von ihr versprechen wir uns einen weiteren Schub für die Förderung der deutschen Sprache in Ungarn", so Gruber. Für Qualität der Diskussionen sollen Experten sorgen, etwa Ludolf-Georg von Wartenberg, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Industrie, Péter Hetényi, Präsident der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer, und Joachim-Felix Leonhard, Generalsekretär des Goethe-Instituts. Mit dabei ist auch Reinhard von Schorlemer, Vorsitzender der deutsch-ungarischen Abgeordnetengruppe im Bundestag. Gruber: "Es war unser Ziel, die aktiven Gestalter in den deutsch-ungarischen Beziehungen zusammenzubringen. Wir freuen uns, dass so hochkarätige Teilnehmer gewonnen werden konnten." (fp)

  • Datum 05.02.2002
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