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Politik

Vielen Dank für die Blumen

Eigentlich sollte es der "Tag der Liebenden" sein, doch der Valentinstag stand in den USA wieder ganz im Zeichen des Konsums. Für verliebte Frauen stand die große Bescherung an, Singles schoben Frust.

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Die amerikanischen Männer zerbrachen sich wochenlang den Kopf darüber, wie sie den hohen Erwartungen ihrer Liebsten am besten gerecht werden könnten. Schließlich muss der gesamte Tag geplant sein: Vom Blumenstrauß zur Begrüßung nach dem Ausschlafen über das gemeinsame Abendessen im piekfeinen Restaurant bis hin zum Champagner als krönenden Abschluss des Tages. Kein Wunder, dass die verliebten Amerikaner durchschnittlich 135 Dollar für Geschenke hinblätterten.

Einige US-Bürger übertrafen diese Summe sogar bei weitem. Sie luden ihre Partnerin mal eben zum Wochenendurlaub in die Karibik ein oder schenkten der Liebsten einen Diamanten. Viele Frauen waren zu Tränen gerührt - sie sahen die teuren Geschenke als echten Liebesbeweis. Später verglichen die Amerikanerinnen die erworbenen Präsente mit denen der Freundinnen. Wer mehr geschenkt bekommen hatte, war die Siegerin im cliqueninternen Valentinstag-Wettstreit.

Heiratsantrag zum Valentinstag

Erhielt eine Frau nur einen kleinen Blumenstrauß oder eine Schachtel Pralinen von ihrem Liebsten, fühlte sie sich zurückgestoßen. Statt "Vielen Dank für die Blumen" erhielten viele Männer dann ein schroffes "Ist das alles?" von ihren Partnerinnen zurück. Der Valentinstag avancierte nicht selten zum Stolperstein für die Beziehung. Zum Glück ahnten die meisten Männer dies voraus und griffen pflichtbewusst tief in die Tasche oder machten ihrer großen Liebe sogar einen Heiratsantrag. Viele Singles schauten in die Röhre. Am Valentinstag klopfte kein mit Geschenken bepackter Verehrer an ihre Haustür. Mit der besten Freundin auszugehen, empfanden die Amerikanerinnen als peinlich. Wer will schon beim Abendessen auf 20 im gleichen Restaurant sitzende verliebte Paare blicken und von diesen bemitleidet werden?

Kontaktbörsen im Internet florieren

Ein Wegrennen vor dem "Tag der Liebenden" war nicht möglich. Rosarote Zeitungsanzeigen, gefühlvolle Fernsehspots und riesige Werbeplakate in den Städten priesen den Valentinstag an. Viele Supermärkte hatten ganze Abteilungen extra für Liebes-Präsente reserviert. Und bei den Blumenverkäufern standen die Amerikaner geduldig Schlange. Krampfhaft versuchten viele Singles, sich auf den letzten Drücker ein "Date" für den Valentinstag zu sichern. Kontaktbörsen florierten – besonders im Internet. "Lust auf ein Candlelight-Dinner?" oder "Charmante Begleitung für einen Tag gesucht" hieß es in einigen Annoncen. Wer auch online erfolglos blieb, der hatte dennoch nicht verloren. Die letzte Chance waren die beliebten Single-Partys in den amerikanischen Bars.

Pyjama-Partys in Studentenwohnheimen

Einige Frauen zogen es vor, sich in die eigenen vier Wände zu verkriechen. Pyjama-Partys waren in den amerikanischen Studentenwohnheimen der absolute Renner - Männer waren natürlich nicht eingeladen. Die Frauen tranken Cocktails, aßen Schokolade und lästerten über die Herren der Schöpfung. Sie diskutierten eifrig über die Seitensprünge des untreuen Ex-Freundes, das letzte misslungene Rendezvous und die schlechten Manieren einiger Männer. Doch insgeheim hoffen die Frauen, dass am nächsten Valentinstag ein Verehrer mit Blumen vor der Tür stehen und sie zum Essen einladen würde. Ein Candlelight-Dinner ist schließlich aufregender als jede Pyjama-Party.