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Afghanistan

Viele Zivilisten bei Luftangriff auf Taliban getötet

Bei einem NATO-Luftangriff in der afghanischen Provinz Kundus sind etwa 30 Menschen getötet worden - unter ihnen viele Zivilisten. Der Schlag galt eigentlich Taliban-Führern.

Der Einsatz afghanischer Verbände und internationaler NATO-Truppen habe sich eigentlich gegen Kämpfern der radikalislamischen Taliban gerichtet, sagte ein Sprecher der Provinz Kundus im Norden Afghanistans. Bei dem Luftangriff seien mindestens 30 afghanische Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, getötet und 25 weitere verletzt worden. Die NATO-Mission Resolute Support (RS) bestätigte über den Kurznachrichtendienst Twitter, dass das Bündnis Luftangriffe geflogen habe. Angaben über zivile Opfer würden untersucht. NATO-Luftangriffe werden üblicherweise von den US-Streitkräften durchgeführt. Die USA haben nach Medienberichten in Afghanistan in diesem Jahr um die 700 Luftangriffe auf Stellungen der Taliban sowie der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) geflogen. Es gab jüngst zunehmend Berichte über zivile Opfer.

Zunehmende Instabilität im Norden Afghanistans

Kurz zuvor waren bei einem Anti-Taliban-Einsatz in der Provinz zwei US-Soldaten und drei einheimische Sicherheitskräfte getötet worden. Zwei weitere Soldaten wurden nach Angaben der US-Armee verletzt, als sie versuchten, afghanischen Truppen bei der Räumung eines Taliban-Postens zu helfen. Die Ereignisse zeigen die zunehmende Instabilität in der Provinz Kundus, nachdem die Taliban Anfang Oktober zum zweiten Mal versucht hatten, die strategisch wichtige Hauptstadt der Provinz einzunehmen.

Genau ein Jahr zuvor war es ihnen bei einer Blitzoffensive gelungen, Kundus vorübergehend einzunehmen. In Kundus hatte die Bundeswehr zehn Jahre lang ein Feldlager unterhalten, das 2013 an die afghanischen Sicherheitsbehörden übergeben wurde.

pab/kle (afp, ape, dpa)