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Fokus Osteuropa

Viele Ukrainer misstrauen eigener Währung

Noch immer setzen viele Ukrainer auf den US-Dollar. Das Vertrauen in die heimische Währung Hrywnia wächst nur langsam. Das zeigt der aktuelle DW-Trend für die Ukraine.

Dollar und Hrywnia (Foto: Fotolia)

Dollar und Hrywnia

Fast jeder dritte Ukrainer vertraut noch immer dem US-Dollar mehr als der eigenen Währung Hrywnia. Der Euro liegt in der Gunst der ukrainischen Bevölkerung auf dem dritten Platz. Dies zeigt der aktuelle DW-Trend für die Ukraine im Monat Mai. Die repräsentative Umfrage hat das ukrainische Büro des Meinungsforschungsinstituts IFAK im Auftrag der Ukrainischen Redaktion der Deutschen Welle durchgeführt. Dafür wurden persönlich 1.000 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren in der Ukraine in Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern befragt.

Bei einer Gegenüberstellung der drei Währungen Hrywnia, US-Dollar und Euro geben 38 Prozent der Befragten an, sie vertrauten der heimischen Währung am meisten. Aber immerhin 29 Prozent vertrauen dem US-Dollar. 13 Prozent setzen auf den Euro. Im Vergleich zum Vorjahr wird die Hrywnia inzwischen deutlich positiver beurteilt. Denn im Juli 2012 sagten nur 22 Prozent, dass sie ihr am meisten vertrauen. Vor dem Hintergrund der Sorgen um eine mögliche Entwertung der Hrywnia war damals der US-Dollar mit 40 Prozent die Währung, die das größte Vertrauen hatte. Der Euro lag mit 18 Prozent nur knapp hinter der Hrywnia.

Dass der US-Dollar auch heute noch im Alltag eine große Rolle spielt, zeigt das Sparverhalten der Ukrainer. Noch immer nutzen viele Ukrainer die amerikanische Währung zur Sicherung eigener Rücklagen. Fast jeder Fünfte gibt an, Ersparnisse in US-Dollar zu besitzen. Die meisten Ukrainer (37 Prozent) halten allerdings ihre Rücklagen in Hrywnia. Nur sechs Prozent sichern ihre Ersparnisse in Euro. Jeder Dritte gibt an, dass er gar keine Ersparnisse habe.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise in Ländern der Euro-Zone wirkt sich nur bedingt auf die Einstellung der Ukrainer zum Euro aus. 17 Prozent der Befragten sagen, ihr Vertrauen in das europäische Zahlungsmittel habe durch die Eurokrise gelitten. Allerdings geben 44 Prozent an, ihr Vertrauen in den Euro sei nicht negativ beeinflusst worden. Jeder Fünfte hat nach eigenen Angaben der europäischen Gemeinschaftswährung noch nie vertraut. Eine große Zahl der Befragten (19 Prozent) kann sich zu diesem Thema keine Meinung bilden.

Skeptischer sind die Ukrainer hinsichtlich einer Lösung der Finanz- und Wirtschaftskrise in der Euro-Zone geworden. Nur 37 Prozent der Befragten sind im Mai 2013 zuversichtlich, dass die Europäische Union die Krise meistern wird. Vor einem Jahr waren es noch 55 Prozent. Derzeit glauben 28 Prozent nicht daran, dass die EU-Länder die Krise in den Griff bekommen (2012: 19 Prozent). Mehr als jeder Dritte hat dazu keine Meinung.

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