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Amerika

Viele Tote nach Unwettern in Guatemala

Bei schweren Regenfällen und Erdrutschen sind in Guatemala mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen. Eine Schlammlawine stürzte auf die zentrale Straße Panamerikana. Präsident Colom rief den nationalen Notstand aus.

Rettungskräfte tragen einen Toten (Foto: AP)

Die ersten Toten konnten aus dem Schlamm bereits geborgen werden

Bei schweren Regenfällen und Erdrutschen sind in Guatemala am Wochenende mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 20 weitere Menschen würden noch vermisst, sagte der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, David de León, am Sonntag (05.09.2010). Außerdem seien etwa 40.000 Menschen durch die Unwetter obdachlos geworden. Wegen der anhaltenden schweren Regenfälle seien die Rettungsarbeiten an einer Straße in der Nähe von Solola im Süden des Landes ausgesetzt worden, sagte de León.

Erdrutsche im ganzen Land

Querliegender Bus zwischen Erdmassen mit Rettungskräften (Foto: AP)

Ein Bus wurde von einem Erdrutsch erfasst und in die Tiefe gerissen

Allein bei einer Schlammlawine an der zentralen Straße Panamerikana bei Guatemala-Stadt starben 20 Menschen. Nach Berichten von Augenzeugen sollen dort noch zahlreiche weitere Menschen verschüttet worden sein. Auch Helfer, die nach Überlebenden gesucht hätten, seien von neuen Erdrutschen begraben worden, hieß es in lokalen Medienberichten. An dem Unglücksort konnten bereits 18 Leichen geborgen werden. Die Katastrophenschutzbehörde zählte bislang knapp 200 Erdrutsche im ganzen Land. Zudem drohten zehn Flüsse über die Ufer zu treten.

Staatschef Alvaro Colom sprach bei einem Besuch in Solola von einer "nationalen Tragödie". Colom hatte am Samstag den nationalen Notstand ausgerufen und geklagt, dass nach den Zerstörungen durch den verheerenden Tropensturm "Agatha" im Mai und den anhaltenden Regenfällen kein Geld mehr zur Katastrophenbekämpfung zur Verfügung stehe. Der Dauerregen der vergangenen Wochen habe Schäden in einer Höhe zwischen 350 Millionen und 500 Millionen Dollar (272 bis 390 Millionen Euro) verursacht, sagte Colom.

Zahlreiche Tote auch in Nachbarländern

Drei Särge in einer Kirche (Foto: AP)

Die Menschen trauern um die Toten

Ungewöhnlich heftige Regenfälle haben in den vergangenen Monaten auch in anderen Ländern Zentralamerikas Zerstörungen angerichtet. In Honduras starben 55 Menschen, in Nicaragua mindestens 40, in El Salvador kamen neun Menschen ums Leben und in Costa Rica drei. Bis Ende Oktober sind weitere starke Regenfälle zu erwarten.

Autorin: Annamaria Sigrist (rtr, dpa, dapd, afp)
Redaktion: Walter Lausch