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Politik

Viele Tote bei Selbstmordanschlag in Mogadischu

Nach dem Abzug der äthiopischen Friedenstruppen reißt die Serie schwerer Gewaltakte in der Hauptstadt Somalias nicht ab: Jetzt wurden nahe eines Stützpunkts der AU mindestens 16 Menschen mit in den Tod gerissen.

Bewaffnete Kämpfer bei Militärübung (ap)

Kämpfer einer islamistischen Miliz bei einer Militärübung: Neuer Sturm auf die Hauptstadt?

Somalias Polizeichef Abdi Hassan Qeybdiid gab am Samstag (24.01.200) nahezu stündlich neue Opferzahlen bekannt. Bei dem jüngsten Selbstmordanschlag in der Nähe eines Stützpunkts der Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AU) in Mogadischu wurden mindestens 16 Menschen getötet. Über die Urheber des Anschlags war zunächst nichts bekannt, wie Bürgermeister Mohamed Osman Ali sagte. Die Täter und Drahtzieher werden aber in Kreisen islamistischer Aufständischer vermutet.

Gepanzertes weißes Fahrzeug der AU mit Besatzung (ap)

Oft machtlos zwischen den Fronten: Soldaten der AU in Mogadischu hoffen jetzt auf Verstärkung

Die Autobombe sei 200 Meter vom Stützpunkt der AU-Soldaten entfernt detoniert, die offenbar das eigentliche Ziel des Attentäters waren, so die Lokalbehörden. Als er an einem Checkpoint von einem Polizisten beschossen worden war, hatte er mit seinem sprengstoffbeladenen Fahrzeug einen vollbesetzten Bus gerammt. Fast alle Opfer sind Zivilisten.

Fünf weitere Zivilisten wurden getötet und zahlreiche verwundet, als sich Friedenstruppen und Aufständische nach der Detonation Gefechte lieferten.

Machtvakuum und totale Verelendung

Somalia hat schon seit 1991 keine funktionierende Regierung mehr. Das Land ist völlig verarmt, allein die Seeräuberei an den Küsten boomt. Äthiopien, das 2006 zur Unterstützung der international anerkannten, aber schwachen somalischen Regierung Truppen ins Nachbarland schickte, hat seine letzten Soldaten erst Anfang Januar abgezogen.

Präsident Jusuf (ap)

Gab resigniert auf: Präsident Abdullahi Jusuf

Die Regierung kontrolliert nur noch den Parlamentssitz Baidoa und einige wenige Straßenzüge in der Hauptstadt. Weite Teile des Südens und der Mitte des Landes werden von islamistischen Milizen beherrscht. Präsident Abdullahi Jusuf war Ende Dezember zurückgetreten. Er gibt der internationalen Gemeinschaft eine Mitschuld an seinem Scheitern. Er habe nicht einmal seine Soldaten ausrüsten und bezahlen können, beklagte Jusuf.

Das Parlament soll am Montag in Dschibuti seinen Nachfolger wählen. In den kommenden Tagen sollen außerdem Soldaten aus Uganda und Burundi die gegenwärtig 1.600 Mann starke Friedenstruppe verstärken. (sc)

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