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Nahost

Viele Tote bei Selbstmordanschlag auf Hochzeit im Irak

Iraks Sicherheitskräfte melden aus der Millionenstadt Mossul Erfolge gegen die IS-Terrormiliz. Die sunnitischen Extremisten rächen sich mit Terror. Stecken sie auch hinter einem Anschlag auf eine Hochzeitsgesellschaft?

Bei einem Doppel-Selbstmordanschlag auf eine Hochzeitsgesellschaft im Irak sind mindestens 30 Menschen getötet worden. Mindestens 26 weitere wurden verletzt. Zwei Attentäter hatten ihre Sprengstoffgürtel zur Explosion gebracht, wie Sicherheitsbeamte und Klinikmitarbeiter berichteten. Der Anschlag ereignete sich in dem Dorf Hadschadsch, das rund 20 Kilometer nördlich von Tikrit liegt.

Vergeltung für Niederlage in Mossul

Zunächst bekannte sich niemand zu der Bluttat. Ähnliche Attacken hatte allerdings zuletzt die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) wiederholt verübt - als Vergeltung für den Vormarsch der irakischen Armee auf ihre Hochburg Mossul. Auch Tikrit war 2015 von der Armee aus der Gewalt der sunnitischen Extremisten befreit worden.

Die Polizei riegelte den Anschlagsort weiträumig ab, aus Furcht vor weiteren Anschlägen. Nach einem Bericht des TV-Senders Al-Sumaria waren vier Täter an dem Anschlag beteiligt.

Bei ihrem Einsatz in Mossul suchen irakische Truppen im Westteil der Stadt nach Bomben und mutmaßlichen Dschihadisten. Nach Armeeangaben ist die Einnahme von Mossuls Innenstadt ein erster wichtiger Schritt, um auch mit der Befreiung der Altstadt zu beginnen.

Es handele sich um ein "sehr schwieriges Areal" von engen Straßen und nahe beieinander stehenden Häusern, betonte ein Armeesprecher. Nordwestlich von Mossul nahmen Sondereinheiten ein Gefängnis ein, in dem die IS-Dschihadistenmiliz hunderte Menschen hingerichtet haben soll.

haz/djo (dpa, afp)