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Politik

Viele Tote bei Selbstmordanschlag auf Armeebus in Kabul

Bei einem der blutigsten Anschläge seit dem Sturz der Taliban hat ein Selbstmordattentäter in Afghanistan mindestens 30 Menschen mit in den Tod gerissen. Die NATO-Schutztruppe ist gegen solche Anschläge hilflos.

Straße mit Soldaten und Trümmern (AP Photo/Rafiq Maqbool)

Der Armeebus wurde völlig zerstört

Das Wrack des Busses, auf den der Anschlag verübt wurde (AP Photo/Rafiq Maqbool)

Das Wrack des Busses, auf den der Anschlag verübt wurde

Der Selbstmordanschlag wurde am Samstag (29.09.2007) auf einen Armeebus in der afghanischen Hauptstadt Kabul verübt. Die Bilanz: mindestens 30 Tote, 29 Verletzte. Die meisten der Opfer waren nach Angaben der Regierung Angehörige des afghanischen Militärs auf dem Weg zur Arbeit im Verteidigungsministerium. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu dem Anschlag. In einer ersten Reaktion forderte Präsident Hamid Karsai die internationale Gemeinschaft auf, ihren Kampf gegen den Terrorismus "entschlossener als bisher" zu führen.

Karsai sprach von insgesamt 30 Toten, das Verteidigungsministerium sowie Gesundheitsminister Sajed Mohammad Amin Fatemi dagegen von 31. 17 Verletzte schwebten laut Fatemi in Lebensgefahr.

Mit Uniform und Sprengstoffgürtel

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums trug der Selbstmordattentäter Uniform. Er näherte sich demnach in einem Wohngebiet nordwestlich der Innenstadt dem Bus und zündete seinen Sprengstoffgürtel. Die Wucht der Detonation zerstörte das Fahrzeug. Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahed sagte, das Attentat sei Teil einer Anschlagsserie zum Fastenmonat Ramadan.

Taliban werden stärker

Fast sechs Jahre nach ihrem Sturz Ende 2001 gewinnen die radikalislamischen Rebellen zunehmend an Schlagkraft. Allein in diesem Jahr wurden mehr als hundert Selbstmordanschläge in Afghanistan verübt. Der überwiegende Teil geht auf das Konto der Taliban und ihrer Verbündeten vom Terrornetzwerk El Kaida. Vor allem aus ihren Hochburgen im Süden und Osten werden fast täglich Angriffe gemeldet, doch auch Kabul gerät zunehmend ins Visier der Aufständischen. Beim bislang schwersten Anschlag dort auf einen Polizeibus wurden am 17. Juni 35 Sicherheitskräfte getötet. Mitte August starben drei deutsche Sicherheitsleute bei einem Bombenattentat am Rande von Kabul, am 21. September kam ein französischer Soldat bei einem Selbstmordanschlag ums Leben.

Karsai forderte die Weltgemeinschaft auf, geschlossen gegen den Terrorismus vorzugehen. "Von Algerien bis Indonesien, von den USA bis Japan - wir müssen im Krieg gegen den Terrorismus zusammenstehen", sagte er in Kabul. Der Anschlag sei gegen den Islam gerichtet: "Kein Mann, der sich Moslem nennt, würde während des Ramadan unschuldige Menschen in die Luft sprengen." Der Präsident stellte den Angehörigen der Opfer finanzielle Hilfe in Aussicht. (mas)

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