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Aktuell Asien

Viele Tote bei Schiffsunglück vor Russland

Im fernen Osten Russlands ist ein Fischtrawler untergegangen. Obwohl zahlreiche Rettungskräfte im Einsatz waren, kam für mindestens 56 Besatzungsmitglieder jede Hilfe zu spät.

Das schwere Schiffsunglück dauerte nur eine Viertelstunde. Innerhalb von 15 Minuten sank die "Dalni Wostok", ein Schleppnetzfischer unter russischer Flagge. Das Schiff (Symbolbild) fuhr zu dem Zeitpunkt vor der Halbinsel Kamtschatka, rund 250 Kilometer von der Stadt Magadan entfernt. Die Region liegt im äußersten Osten Russlands.

Wie das Seenotrettungszentrum in Petropawlosk-Kamtschatski mitteilt, kamen nach korrigierten Angaben mindestens 56 Menschen ums Leben, weitere 13 werden noch vermisst. 63 der insgesamt 132 Besatzungsmitglieder konnten demnach aus dem eiskalten Wasser gerettet werden. Die Verletzten wurden per Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen.

Unglücksursache unklar

Ein Verantwortlicher sagte der Nachrichtenagentur Tass, es seien 78 Russen auf dem Trawler gewesen, außerdem mindestens 40 Seefahrer aus Myanmar sowie weitere aus Litauen, der Ukraine und aus Vanuatu. An den Rettungsarbeiten waren nach Behördenangaben rund 800 Menschen beteiligt, darunter Crewmitglieder zahlreicher anderer Fischerboote.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich in einem Kondolenztelegramm an den russischen Präsidenten Wladimir Putin bestürzt über das Unglück. "Ich möchte Ihnen hierzu mein aufrichtiges Mitgefühl ausdrücken. Bitte übermitteln Sie meine Anteilnahme auch den unmittelbar betroffenen Personen und den Angehörigen der Opfer. Den Verletzten wünsche ich rasche Genesung", schrieb die Kanzlerin weiter.

Das russische Katastrophenschutzministerium war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Auch zur Unglücksursache lagen keine Informationen vor. Nach Medienberichten könnte Treibeis ein Loch in den Rumpf des 104 Meter langen Trawlers gerissen haben. Das Meer war zum Zeitpunkt des Unglücks vergleichsweise ruhig, die Temperaturen lagen um den Gefrierpunkt. Der Gouverneur der Insel Sachalin, Oleg Koschemjako, schloss auch nicht aus, dass das Schiff überladen war und Schlagseite bekommen hat.

jj/stu/se (dpa, afp, rtr)