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Afrika

Viele Tote bei neuen Unruhen in Nigeria

Bei ethnischen Unruhen in Nigeria sind mindestens 50 Menschen getötet worden. Der Streit zwischen zwei rivalisierenden Volksgruppen eskalierte, kurz nachdem Präsident Jonathan den Notstand verhängt hatte.

Präsident Goodluck Jonathan (2.v.l.) bei einer Zeremonie (Archivfoto: EPA/STR)

Präsident Goodluck Jonathan (2.v.l.) hat den Ausnahmezustand über Teile Nigerias verhängt

In der Nacht zum Sonntag (01.01.2012) eskalierte die Gewalt zwischen zwei rivalisierenden Volksgruppen in Nigerias südöstlichem Bundesstaat Ebonyi. Wie der nigerianische Regierungssprecher Onyekachi Eni berichtete, griff eine Gruppe von mehreren Personen aus der Gemeinde Ezza die Bewohner der Nachbargemeinde Ezilo wegen eines Streits um Land an und tötete mehr als 50 von ihnen. Polizeieinheiten seien in die Region entsandt worden, um wieder für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Der Konflikt zwischen den beiden Volksgruppen besteht bereits seit mehreren Jahren.

Immer wieder kommt es in Nigeria zu Gewaltausbrüchen. Oft geht es in dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas - wie bei den jüngsten Auseinandersetzungen - um Gebietsansprüche, denn die Armut ist trotz des Ölreichtums groß. Regierungssprecher Eni betonte, dass die Auseinandersetzungen nicht in Verbindung mit den jüngsten Anschlägen der radikalislamischen Sekte Boko Haram stünden.

Ausnahmezustand nach Anschlägen verhängt

Zerstörungen rund um die katholische Kirche St. Theresa in Madalla am Rande der Hauptstadt Abuja nach dem Bombenanschlag (Foto: dpa)

Allein bei dem Anschlag auf die St.-Theresa-Kirche in Madalla wurden 35 Menschen getötet

Nigerias Präsident Goodluck Jonathan verhängte am Samstag als Reaktion auf die Anschlagsserie auf Christen den Ausnahmezustand über mehrere Unruheregionen im Norden des Landes. Außerdem wurden die internationalen Grenzen in der Nähe der betroffenen Regionen geschlossen. Der Ausnahmezustand erweitert die Befugnisse der Sicherheitskräfte für Festnahmen und Durchsuchungen.

Bei den Attentaten auf Kirchenbesucher am ersten Weihnachtsfeiertag waren mindestens 42 Menschen getötet worden. Die Sekte Boko Haram, die für einen islamischen Gottesstaat in Nigeria kämpft, hatte für die Neujahrsfeiern weitere Terroraktionen angekündigt. Daraufhin sagten viele christliche Gemeinden ihre mitternächtlichen Gottesdienste in der Silvesternacht ab. Der Norden des westafrikanischen Landes ist mehrheitlich von Muslimen bewohnt, während im ölreichen Süden Christen in der Mehrheit sind.

Autorin: Ursula Kissel (afp, rtr, dapd)
Redaktion: Hans Ziegler

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