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Politik

Viele Tote bei neuen Anschlägen in Bagdad

Im Irak reißt die Serie schwerer Anschläge nicht ab. Bei zwei Selbstmord-Attentaten in Bagdad starben mindestens 60 Menschen. Hintergrund könnte der bevorstehende Abzug der US-Soldaten sein.

US-Soldaten im Irak (Foto: AP)

Wie wirkt sich der Abzug der US-Truppen auf die Sicherheitslage im Irak aus?

Bei dem Doppelanschlag in der Nähe eines schiitischen Heiligtums in Bagdad wurden am Freitag (24.04.2009) nach offiziellen Angaben mindestens 60 Menschen getötet. Weitere 125 Menschen wurden verletzt, als die beiden Attentäter im Abstand von wenigen Minuten ihre Sprengstoffgürtel zündeten. Unter den Toten sollen auch 25 Pilger aus dem Iran sein.

Die Opfer befanden sich den Angaben zufolge auf einem Markt, und wollten sich von dort aus zum Freitagsgebet in das nahe gelegene Heiligtum, das Grabmal des Imams Mussa al Kassim im Stadtteil Kasimijah begeben. Das Grabmal war bereits mehrfach Ziel von Anschlägen.

Gewalt-Zunahme gegen den Trend

Erst am Donnerstag waren bei Selbstmordanschlägen im Irak etwa 80 Menschen getötet worden. Es war der blutigste Tag im Land seit mehr als einem Jahr. In der Nähe der Stadt Baakuba nordöstlich von Bagdad starben mindestens 56 Menschen, als sich ein Attentäter in einem Restaurant in die Luft sprengte. Nördlich von Baakuba riss ein Selbstmordattentäter drei Menschen mit in den Tod, unter ihnen den Chef einer mit den US-Truppen verbündeten irakischen Miliz. 28 weitere Menschen wurden bei einem Anschlag in Bagdad getötet.

Die neue Anschlagswelle steht im Gegensatz zum Trend der vergangenen zwei Jahre. Seitdem hatte sich die Sicherheitslage im Irak deutlich verbessert. Dazu trug unter anderem die Bildung von Milizen mit dem Namen Sahwa (Erwachen) bei, deren Mitglieder, bei den es sich zumeist um frühere Aufständische handelt, mit den US- und irakischen Truppen zusammenarbeiten.

Als Grund dafür, dass die Gewalt nun offensichtlich wieder zunimmt, gelten vor allem Sorgen wegen der Sicherheitslage nach dem geplanten schrittweisen Abzug der US-Armee. Die Befürchtungen gehen dahin, dass die einheimischen Sicherheitskräfte überfordert sein könnten. Bis September 2009 plant die US-Regierung, 12.000 Soldaten aus dem Irak abzuziehen. Der Großteil der Truppen soll das Land im August 2010 verlassen haben. Abgeschlossen soll der Abzug dann bis Ende 2011 sein. (gri/hf/dpa/rtr/afp/ap)