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Aktuell Nahost

Viele Tote bei Luftangriff

Jagdbomber der syrischen Luftwaffe sollen in der Provinz Hama das Feuer auf Zivilisten eröffnet haben. Diese standen vor einer Bäckerei in einer Schlange an. Die Opposition meldet ein Blutbad.

Wie so oft im syrischen Bürgerkrieg sind Zahlen und Fakten nicht überprüfbar. Falls aber die jüngsten Meldungen stimmen, ist wieder einmal der Beweis für die Grausamkeit der Auseinandersetzungen erbracht. Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtet, dass bei einem Angriff der syrischen Luftwaffe in der Provinz Hama zahlreiche Menschen ums Leben kamen. Sie hätten in der Ortschaft Halfaja – so heißt es - vor einer Bäckerei angestanden, als Jagdbomber das Feuer auf sie eröffneten. Unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder.

Brahimi in Damaskus eingetroffen

Der internationale Sondervermittler Lakhdar Brahimi hat sich inzwischen ein weiteres Mal zu Friedensgesprächen nach Syrien aufgemacht. Da es am Flughafen von Damaskus schwere Kämpfe gab, begab er sich auf dem Landweg vom Libanon aus in die syrische Hauptstadt. Dort ist für Montag ein Treffen mit Staatschef Baschar al Assad geplant. Brahimi ist es in seiner Rolle als Syrien-Gesandter von Vereinten Nationen und Arabischer Liga bislang nicht gelungen, eine diplomatische Lösung des Syrien-Konflikts herbeizuführen.

Islamisten drohen Christen

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Viele Tote bei Luftangriff in Syrien

In dem vom Bürgerkrieg erschütterten Land melden sich unterdessen radikale Islamisten immer lauter zu Wort. Sie kündigten unter anderem an, nach einem Sturz Assads einen Gottesstaat errichten zu wollen. Ziel sei eine islamische Gesellschaft, die nach den Regeln der Scharia regiert werde, nach islamischem Recht. Die im November von zahlreichen Oppositionsgruppen gegründete "Nationale Koalition" erkennen sie - anders als die internationale Staatengemeinschaft - nicht als legitime Vertreterin des syrischen Volkes an.

Im Norden Syriens hat sich nach unbestätigten Berichten bereits die islamistische Al-Nusra-Front breit gemacht. Sie wurde von der US-Regierung jüngst zur Terrororganisation erklärt. Auch aus der Unruheprovinz Hama meldete sich eine islamistische Rebellengruppe zu Wort und drohte zwei christlichen Ortschaften. Sollten die Bewohner Assad-Kämpfer nicht ausliefern, würden sie angegriffen, hieß es in einer Videobotschaft. Auf dem Film waren bewaffnete Männer zu sehen, die schwarze Stirnbänder mit dem islamischen Glaubensbekenntnis trugen.

Dem seit März 2011 andauernden Konflikt in Syrien sind mehr als 42.000 Menschen zum Opfer gefallen. Über zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht.

Bundeswehrsoldaten ab Januar in der Türkei

Die NATO hat unterdessen die Stationierungsorte für die Patriot-Luftabwehrsysteme festgelegt, welche die Türkei wegen des Syrien-Konflikts angefordert hatte. An der Mission sind auch zwei deutsche Systeme mit bis zu 400 Bundeswehrsoldaten beteiligt. Sie sollen laut NATO im Laufe des Januars in der Großstadt Kahramanmaras etwa 120 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt Stellung beziehen.

Die Stationierung war Anfang Dezember beschlossen worden, nachdem im Zuge des innersyrischen Konflikts wiederholt syrische Granaten in der Türkei eingeschlagen waren. Neben Deutschland stellen auch die USA und die Niederlande Abwehreinheiten bereit.

jh/SC (dpa,reuters, afp, dapd)

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