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Jemen

Viele Tote bei Luftangriff nördlich von Sanaa

Ein zweistöckiges Hotel nördlich der jemenitischen Haupstadt Sanaa wurde bei Luftangriffen vollständig zerstört. Mindestens 30 Menschen sollen getötet worden sein.

Jemen Luftschlag bei Sanaa (Reuters/K. Abdullah)

Nach dem Luftschlag zerstörtes Gebäude, 20 Kilometer nördlich von Jemens Hauptstadt Sanaa gelegen

Bei zwei Luftangriffen sind nördlich der Hauptstadt Sanaa mindestens 30 Menschen getötet und 13 weitere verletzt worden. Das berichten regionale Helfer und die internationale Hilfsorganisation Roter Halbmond. Bei den Angriffen wurde ein zweistöckiges Hotel getroffen, gut 20 Kilometer nördlich der Hauptstadt.

Unter den Opfern dort sollen nach Angaben jemenitischer Sicherheitsbeamter sowohl Huthi-Rebellen als auch Zivilisten sein. Außerdem soll ein Checkpoint der Rebellen unweit des Hotels getroffen worden sein. Die schiitischen Huthi-Rebellen kontrollieren die Hauptstadt Sanaa und den Norden des Jemen. Sie kämpfen seit Anfang 2015 in einem Bürgerkrieg gegen die international anerkannte Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird. Die Regierung wirft den Huthis vor, Waffen aus dem Iran zu erhalten.

Seit März 2015 kontrolliert eine von Saudi-Arabien geführte Koalition arabischer Staaten den Luftraum über Jemen und fliegt Angriffe gegen mutmaßliche Stellungen der Rebellen. Ein Sprecher der Koalition war für eine Stellungsnahme zu dem Angriff gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bisher nicht zu erreichen.

Die Militärallianz steht in der Kritik, weil in der Vergangenheit auch Hochzeiten, Trauerfeiern und Märkte bei Luftangriffen getroffen wurden. Die Zahl der Luftangriffe hat nach Angaben von Hilfsorganisationen in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Im ersten Halbjahr 2017 seien bereits mehr Luftschläge registriert worden als im gesamten Vorjahr.

Video ansehen 02:30

Humanitäre Lage im Jemen immer schlimmer

Laut den Vereinten Nationen sind in dem Konflikt im Jemen mindestens 10.000 Menschen getötet worden. In den vergangenen Monaten ist in dem Bürgerkriegsland außerdem eine Cholera-Epidemie ausgebrochen, bedingt durch den schlechten Zugang zu sauberem Trinkwasser in weiten Teilen der Bevölkerung.

sas/qu (afp, rtr, ap, dpa)

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