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Afghanistan

Viele Tote bei koordinierten Anschlägen in Afghanistan

Bei zwei Angriffen auf Sicherheitskräfte im Osten des Landes wurden mindestens 71 Menschen getötet. Immer mehr Zivilisten fliehen vor der Gewalt - auch aus Provinzen, die früher als sicher galten.

Afghanistan Gardes Autobomben-Anschlag (picture-alliance/Zumapress/Ahmadi)

Mit Autobomben sprengten sich die Taliban den Weg frei

In der Provinzhauptstadt Gardes in der Provinz Paktia sprengten zwei Selbstmordattentäter nach Angaben des afghanischen Innenministeriums mit Sprengstoff beladene Fahrzeuge nahe einem Ausbildungszentrum der Polizei in die Luft, danach kam es zu stundenlangen Gefechten zwischen den Taliban und Sicherheitskräften. Dabei wurden den Angaben zufolge fünf weitere Extremisten erschossen. Zusätzlich zu den Angreifern wurden bei dem Angriff mindestens 41 Menschen getötet. Zu der Attacke bekannten sich die radikal-islamischen Taliban über den Kurzbotschaftendienst Twitter.

Afghanistan Anschlag auf Polizei in Gardes (Reuters)

Rauchwolken nach der Explosion vor der Polizeischule in Gardes

Taliban bekennen sich zu den Doppelanschlägen

Bei einem zweiten erfolgten Anschlag in der benachbarten Provinz Gasni wurden 25 Sicherheitskräfte und fünf Zivilisten getötet sowie mindestens zehn Menschen verletzt. Der Angriff folgte demselben Muster: Selbstmordattentäter ließen mit Sprengstoff beladene Fahrzeuge in der Nähe eines Polizeireviers detonieren und stürmten dann das Gebäude, wie die Behörden mitteilten. Die Taliban bekannten sich auch zu diesem Anschlag. 

Die Provinz Paktia grenzt an Gebiete des Nachbarlands Pakistan, wo das mit den Taliban verbundene Haqqani-Netzwerk aktiv ist.

20.000 Kriegsvertriebene in einer Woche in Afghanistan

Die anhaltende Gewalt in Afghanistan lässt immer mehr Menschen ihre Heimat verlassen. Nach Angaben der UN sind allein innerhalb einer Woche 20.000 Menschen vor Kampfhandlungen zwischen Talibanmilizen und der Regierung aus ihren Dörfern geflohen. Das geht aus einem Bericht der UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) hervor. Insgesamt stieg damit die Zahl der Kriegsvertriebenen in diesem Jahr auf knapp 290.000.

Flucht aus Provinzen, die früher als sicher galten

Binnenfluchtbewegungen gebe es derzeit in 30 der 34 Provinzen, melden die UN. Im früher als eher ruhig geltenden Norden, wo bis 2013 die Bundeswehr Schutzmacht war, wurden demnach mittlerweile 41 Prozent aller Kriegsvertriebenen registriert. Aus dem Osten, in dem die USA und die afghanische Regierung auch gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) kämpfen, kämen 17 Prozent aller Binnenflüchtlinge, aus dem schwer umkämpften Süden und Südosten 22 Prozent.

Binnenflüchtlinge in Afghanistan (DW/O. Deedar)

Binnenflüchtlinge in der afghanischen Nangarhar-Provinz an der Grenze zu Pakistan (Archivbild)

In der Südprovinz Helmand, in der die Taliban um die 80 Prozent der Bezirke kontrollieren, seien etwa 7000 Menschen in abgelegene Gegenden geflohen, die für Helfer nicht zugänglich seien. Laut OCHA waren im vergangenen Jahr mehr als 660.000 Afghanen aus ihren Dörfern geflohen. 

cw/stu/jj (dpa, afp, rtr)