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Aktuell Asien

Viele Tote bei Kämpfen in türkischen Kurdengebieten

Im überwiegend von Kurden bewohnten Südosten der Türkei sind bei Kämpfen über Ostern Sicherheitskreisen zufolge fast 30 Extremisten und Soldaten ums Leben gekommen.

In der Stadt Nusaybin seien allein 25 Kämpfer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK getötet worden, teilte das Militär mit. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen kamen auch zwei Soldaten ums Leben. Extremisten hätten Sprengsätze in einem Gebäude gezündet, das von den Sicherheitskräften untersucht worden sei. Wie in Nusaybin an der syrischen Grenze versucht das Militär seit Monaten, Kämpfer der PKK auch aus anderen Städten der Region zu vertreiben.

Die Gewalt in der Region hat seit dem Scheitern einer zweijährigen Waffenruhe im vergangenen Juli erheblich zugenommen. Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte vergangene Woche, bislang seien 300 Angehörige der Sicherheitskräfte getötet worden. Die Zahl der Toten auf der Gegenseite sei mindestens zehnmal so hoch. Die oppositionelle Kurdenpartei HDP erklärte, seit Dezember seien bei den Militäraktionen auch Hunderte Zivilisten getötet worden.

Erst am Donnerstagabend waren bei einem Anschlag im türkischen Kurdengebiet drei Soldaten getötet und 22 Menschen verletzt worden. Die Angreifer hatten vor einem Polizeirevier in Mermer zunächst ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug zur Explosion gebracht. Dann eröffneten sie das Feuer auf die Sicherheitskräfte, wie die Behörden mitteilten. Sie machten ebenfalls die PKK für den Angriff verantwortlich.

Zusammenstöße auch in Deutschland

Der Konflikt zwischen Türken und Kurden wird mittlerweile auch auf deutschem Boden ausgetragen. So hatten Kurden am Ostersonntag in Aschaffenburg eine von Türken organisierte Demonstration angegriffen, die sich gegen den "Terror" der kurdischen PKK und der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" richtete. Die Polizei nahm insgesamt 36 Kurden vorläufig fest, die sich in einem Haus verschanzt und Beamte mit Böllern und Steinen angegriffen hatten. Gegen die Kurden im Alter von 15 und 40 Jahren werde nun unter anderem wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs und versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zeigte sich in empört über die gewaltsamen Auseinandersetzungen: "Wir wollen nicht, dass der türkisch-kurdische Konflikt auf deutschem Boden ausgetragen wird", erklärte Herrmann am Montag in München. "Das ist einfach unerträglich und eine Zumutung für unser Land." Herrmann wertete die Ereignisse am Rande einer Demonstration in Aschaffenburg auch als Bestätigung für die ablehnende Haltung der CSU gegenüber Visa-Erleichterungen für Bürger der Türkei. "Wir müssen schon genau hinschauen, wen wir da in unser Land lassen, wenn wir über Visaerleichterungen für die Türkei sprechen", mahnte der Minister. "Alle Türken inklusive Kurden nach Deutschland frei einreisen zu lassen, ist keinesfalls vertretbar."

Israel verschärft Reisewarnung

Israel forderte unterdessen seine Bürger auf, die Türkei angesichts konkreter Anschlagsrisiken möglichst umgehend zu verlassen beziehungsweise auf Reisen dorthin zu verzichten. In einer Einkaufsstraße von Istanbul waren am 19. März bei einem Selbstmordanschlag vier Touristen, darunter drei Israelis, in den Tod gerissen worden; 39 Menschen wurden verletzt. Dieses Bombenattentat zeige, dass die IS-Dschihadisten touristische Ziele in der gesamten Türkei bedrohe, erklärte die israelische Regierung.

chr/mak (rtr, afp)

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