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Terrorismus

Viele Tote bei Gefechten mit Islamisten in Ägypten

Blutige Kämpfe in der ägyptischen Wüstensiedlung Bahariya: Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden mindestens 50 Soldaten und Polizisten getötet, als sie mit ihrem Konvoi in einen Hinterhalt von Islamisten gerieten.

Auch eine Reihe mutmaßlicher Aufständischer sei ums Leben gekommen, teilte das Innenministerium in der Hauptstadt Kairo mit. Die Sicherheitskräfte durchsuchten nun das komplette Gelände.

Konvoi im Kugelhagel

Die Sicherheitskräfte seien auf dem Weg zu einem Haus in der Wüste gewesen, in dem Mitglieder der Aufständischengruppe Hasm vermutet worden seien, hieß es. Die Rebellen hätten dann aus einem Hinterhalt mit Panzerfäusten und Sprengsätzen auf einen Konvoi der Sicherheitskräfte geschossen, sagte ein Insider. Es sei damit zu rechnen, dass die Zahl der Toten noch steige.

Die Hasm-Gruppe hatte sich zu mehreren Anschlägen bekannt, die in den vergangenen Monaten entweder in Kairo oder in der Nähe der Hauptstadt verübt worden waren. Die ägyptische Regierung wirft der Hasm-Organisation vor, der bewaffnete Arm der islamistischen Muslimbruderschaft zu sein, die seit 2013 verboten ist. Die Muslimbruderschaft weist das zurück.

Beliebt bei Touristen

Die Wüstensiedlung Bahariya liegt rund 370 Kilometer südwestlich von Kairo. Die Oase, die sich im ägyptischen Teil der sogenannten libyschen Wüste befindet, ist auch ein Anziehungspunkt für Touristen. Gefährlich ist die Lage in der Wüstenregion allerdings schon seit langem. Vor allem von der Sinai-Halbinsel im Nordosten Ägyptens werden immer wieder Gefechte zwischen Sicherheitskräften und islamistischen Kämpfern gemeldet. Dort ist auch ein Ableger der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) aktiv.

Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi 2013 durch das Militär haben extremistische Gruppierungen in Ägypten ihre Angriffe auf Soldaten und Polizisten verstärkt. Mehrere hundert Sicherheitskräfte wurden seither getötet. Ägyptens Regierung unter Präsident Abdel Fattah al-Sissi geht mit harter Hand gegen Islamisten vor, die Sicherheitskräfte bekommen die Lage bislang aber nicht in den Griff.  Menschenrechtler beklagen, unter der Herrschaft von al-Sissi seien sie schwersten Verfolgungen ausgesetzt.

haz/ml (rtr, afp, ap)