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Aktuell Welt

Viele Tote bei Erdbeben im Südosten des Iran

Das Epizentrum lag im Grenzgebiet zu Pakistan. Nur dieses Land hat Todesopfer zu beklagen. Im Iran hoffen die Menschen, dass es bei Verletzten bleibt.

Über die genaue Zahl der Opfer herrscht noch Unklarheit. In der pakistanischen Provinz Baluchistan kamen nach Behördenangaben 34 Menschen ums Leben. Etwa 200 Menschen sind verletzt. Im Iran ist entgegen ersten Medienberichten "nur" noch von Verletzten die Rede. Der Gouverneur der am stärksten betroffenen iranischen Stadt Sarawan, Mohammad Sharif-Khaleqi, sprach von knapp 30 Verletzten. Das Beben habe einige ältere Häuser in Sarawan beschädigt. Viele Häuser in der ländlichen Gegend sind aus Lehmziegeln gebaut.

90 Kilometer unter der Erde

Der Erdstoß - das Epizentrum lag rund 90 Kilometer von der Stadt Khash entfernt - erreichte nach Angaben der US-Erdbebenwarte die Stärke 7,8. Die Nachrichtenagentur Fars meldet unter Berufung auf die Behörden, dass es sich um das stärkste Beben der vergangenen 40 Jahre im Iran handele. Das Geoforschungszentrum in Potsdam (GFZ) gab die Stärke des Bebens mit 7,6 an, Fars mit 7,5. Es ereignete sich in einer Tiefe von rund 90 Kilometern.

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Erdbeben erschüttert iranische Grenzregion

Der Erdstoß im Südosten des Iran war selbst in der indischen Hauptstadt Neu Delhi zu spüren, die mehr als 1500 Kilometer vom Zentrum des Bebens entfernt liegt. Eine Deutsche, die in Gurgaon bei Neu Delhi arbeitet, sagte: "Es hat sich im 14. Stock wie ein Schwindelanfall angefühlt, die Lampen haben voll geschaukelt. Nicht schlimm, aber trotzdem wurde das Gebäude evakuiert." In der pakistanischen Wirtschaftsmetropole Karachi wurden auch Gebäude geräumt (Artikelbild). In den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Saudi-Arabien ließ das Beben ebenfalls Häuser zittern. Die Behörden in den arabischen Staaten registrierten jedoch keine Opfer oder größere Schäden.

Berufstätige in Dubai warten nach dem Erdbeben auf der Straße auf Entwarnung (Foto: AFP/Getty Images)

Auch in Dubai mussten Berufstätige ihre Büros in den Hochhäusern verlassen

Geologen befürchten weitere Erdstöße

Die Experten rechnen allerdings mit Nachbeben. Im Iran gebe es mehrmals im Jahr derartige schwere Naturereignisse. Grund sei, dass sich mehrere Erdplatten aufeinander zubewegten, hieß es bei GFZ zur Begründung. Erst am Dienstag vergangener Woche waren bei einem Erdbeben im Süden des Iran 37 Menschen ums Leben gekommen, 850 wurden verletzt. Zehntausende Menschen kamen bei Erdstößen in den letzten Jahrzehnten um.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle bot dem Iran deutsche Hilfe an. Nach Angaben seines Hauses gibt es keine deutschen Opfer.

SC/sti (rtre, APE, dpa)

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