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Aktuell Europa

Viele Tote bei Einsatz gegen die PKK

Die türkische Armee geht im Südosten des Landes weiter mit großer Härte gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vor. Mindestens 62 Rebellen wurden getötet. Die prokurdische Partei HDP ruft zum Widerstand auf.

Soldat am Donnerstag beim Einsatz in Silopi (Foto: Anadolu)

Soldat am Donnerstag beim Einsatz in Silopi

Bei einem Großeinsatz der türkischen Sicherheitskräfte sind im Südosten des Landes mindestens 62 mutmaßliche Kurdenrebellen getötet worden. Dies teilten die Streitkräfte mit. Auch ein Soldat sei bei dem mehrtägigen Einsatz gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in den Städten Silopi und Cizre ums Leben gekommen, verlautete aus Sicherheitskreisen. Die PKK-nahe Agentur Firat berichtete, die Gefechte hätten auch fünf Zivilisten - unter ihnen zwei Kinder – getötet.

In den beiden Städten gilt seit Montag eine Ausgangssperre. An dem großangelegten Einsatz der Sicherheitskräfte sind nach Medienberichten 10.000 Soldaten und Polizisten beteiligt. Auch Panzer kamen zum Einsatz. In Cizre an der syrischen Grenze waren Schüsse zu hören. Von einigen Gebäuden stieg Rauch auf. Ein Hubschrauber flog über der Stadt. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte ankündigt, die PKK-Kämpfer würden "vernichtet".

Demonstration am Montag in Diyarbakir (Foto: Reuters)

Demonstration am Montag in Diyarbakir

Zu heftigen Auseinandersetzungen kam es auch in der größten Stadt der Region, Diyarbakir. Polizisten gingen mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Tausende kurdische Demonstranten vor, die gegen den Militäreinsatz protestierten.

"Wir fürchten nur Gott"

Ein Führungsmitglied der prokurdischen Demokratischen Partei der Völker (HDP) rief zu einem "ehrenhaften Widerstand" gegen die Polizei- und Militäraktionen auf. "Wenn sie glauben, sie können uns dazu bringen zurückzuweichen, wenn sie uns eine Panzerkanone zeigen, dann liegen sie falsch", sagte der HDP-Ko-Vorsitzende Selahattin Demirtas. "Wir fürchten nur Gott", sagte er und fügte hinzu: "Wir rufen alle gesellschaftlichen Gruppen auf, Widerstand in den Gebieten Kurdistans zu leisten."

Die PKK, die in der Türkei, der Europäischen Union (EU) und den USA als terroristische Organisation gilt, kämpft seit drei Jahrzehnten für größere Autonomierechte. Vor zwei Jahren einigte sie sich mit der türkischen Regierung auf einen Waffenstillstand. Nachdem bei der Wahl im Juni die HDP ins Parlament eingezogen war und die AK-Partei von Erdogan die absolute Mehrheit - bis zu den Neuwahlen im November - verloren hatte, ging die Armee wieder gewaltsam gegen die PKK vor. Daraufhin erklärte die PKK, sie halte sich auch nicht mehr an den Waffenstillstand. In dem Konflikt wurden seit 1984 etwa 45.000 Menschen getötet.

stu/wl (afp, dpa, rtr)

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