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Attacke auf Pilger

Viele Tote bei Doppelanschlag in Damaskus

Weite Teile des Landes liegen in Trümmern, doch die syrische Hauptstadt war bisher vergleichsweise ruhig. Hier herrscht das Regime von Präsident Assad. Die Indizien der Attentate weisen in eine ganz bestimmte Richtung.

Bei einem Doppelanschlag in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind zahlreiche Menschen getötet worden. Nach Angaben der Beobachtungsstelle wurden mindestens 59 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt. Das syrische Staatsfernsehen sprach von 40 Toten und 120 Verletzten. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Sana ereigneten sich die Anschläge in der Nähe eines Friedhofs in der Altstadt.

Der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle zufolge detonierte ein am Straßenrand platzierter Sprengsatz, als ein Bus vorbeifuhr. Ein Selbstmordattentäter habe sich überdies im Viertel Bab al-Schagur in die Luft gesprengt. Dorf befinden sich mehrere schiitische Mausoleen, die Pilger aus aller Welt anziehen. Wie das Außenministerium in Bagdad inzwischen mitteilte, sind 40 der Getöteten irakischer Nationalität. 

Handschrift des "Islamischen Staates"

Die Hauptstadt des Bürgerkriegslandes wird von der Regierung des Präsidenten Baschar al-Assad kontrolliert. Anschläge sind dort vergleichsweise selten. Ähnliche Angriffe in anderen Landesteilen gingen oft auf das Konto der sunnitischen Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Die sunnitischen Extremisten des IS sehen die Angehörigen der schiitischen Glaubensrichtung des Islams als Abtrünnige an. Zu dem Doppelanschlag bekannte sich bisher niemand.

Bashar al-Assad Interview (Reuters)

"Militärische Priorität": Assad im Interview mit dem chinesischen Fernsehsender Phoenix

Präsident Assad hatte einem chinesischen Fernsehsender noch am Samstag ein Interview gegeben, worin er den Kampf gegen den IS und die Befreiung Al-Rakkas als seine "militärische Priorität" bezeichnet hatte. Al-Rakka ist das Zentrum der Dschihadisten in Syrien.

300 Familien von IS-Kämpfern aus Al-Rakka geflohen 

Angesichts eines erwarteten Angriffs auf Al-Rakka flohen Aktivisten zufolge seit Freitagmorgen fast 300 Familien von IS-Kämpfern aus der Stadt. Laut der Beobachtungsstelle suchten sie Zuflucht in der östlich gelegenen Provinz Deir Essor und in der westlichen Provinz Hama. Das von der US-geführten Koalition unterstützte kurdisch-arabische Rebellenbündnis Demokratische Syrische Kräfte (SDF) hatte im November eine Offensive zur Rückeroberung von Al-Rakka gestartet und steht inzwischen acht Kilometer vor der Stadt.

In den vergangenen Wochen wurden die Hauptverbindungsachsen zwischen Al-Rakka und Umgebung gekappt und so der Weg für einen Angriff auf die Stadt freigemacht. Die Straßen nach Osten, Norden und Westen sind versperrt, nur die zum Fluss Euphrat gelegene Südflanke ist noch offen. Über diesen Weg konnten die Angehörigen der IS-Kämpfer nun fliehen. Nach Einschätzung von US-Militärs ist Al-Rakka inzwischen weitgehend vom Rest des Einflussgebietes des IS isoliert. Die Anführer der Terrormiliz hätten damit begonnen, die Stadt zu verlassen.

sti/jj/kle (dpa, afp)

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