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Afrika

Viele Tote bei Anschlag in Marrakesch

Eine Explosion hat ein Kaffeehaus am "Platz der Gaukler" in Marrakesch erschüttert. Mindestens 15 Menschen starben. Die Behörden gehen von einem Anschlag des El-Kaida-Terrornetzwerks aus.

Nach dem Anschlag kam vor dem Kaffeehaus eine Menschenmenge zusammen (Foto: dapd)

Nach dem Anschlag kam vor dem Kaffeehaus eine Menschenmenge zusammen

Bei einer Explosion im Kaffeehaus "Argana" in Marrakesch sind am Donnerstag (28.04.2011) mindestens 14 Menschen getötet worden. Unter den Todesopfern seien insgesamt zehn Ausländer, sechs von ihnen Franzosen, meldete das staatliche Fernsehen des nordafrikanischen Landes. 20 Personen hätten Verletzungen erlitten.

Nach Angaben des marokkanischen Innenministeriums haben erste Auswertungen von Tatortspuren den Verdacht erhärtet, dass es sich bei der Explosion um einen Anschlag handelte. Es wird vermutet, dass die Bluttat vom nordafrikanischen Zweig des Terrornetzwerks El Kaida verübt worden ist. Eine Bekenner-Mitteilung lag noch nicht vor. Medienberichte, wonach sich ein Selbstmordattentäter in der Küche des Kaffeehauses in die Luft gesprengt habe, wurden von offizieller Seite nicht bestätigt.

Westerwelle: Zynische Tat

Karte Marokko (DW-Grafik: Peter Steinmetz)

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle verurteilte den Anschlag als zynische und verabscheuungswürdige Tat. Der Anschlag dürfe keinesfalls dazu führen, dass der Reformprozess in Marokko unterminiert werde. Nach Angaben Westerwelles gibt es keine Hinweise darauf, dass Deutsche unter den Toten oder Verletzten sind.

Das Kaffeehaus "Argana" befindet sich auf dem mittelalterlichen Marktplatz Jamaa el-Fna - dem "Platz der Gaukler", der eine der Hauptattraktionen für Touristen in Marrakesch ist und zum Unesco-Welterbe gehört. Die 900.000-Einwohner-Stadt gilt mit ihren vielen maurischen Palästen als Marokkos pittoreske "Perle des Südens". Die Explosion war so gewaltig, dass sie noch in zwei Kilometern Entfernung zu hören war, berichteten Augenzeugen.

König sagt Reformen zu

Größere Terroranschläge hatte es in dem nordafrikanischen Königreich zuletzt im Mai 2003 in der Wirtschaftsmetropole Casablanca gegeben. Damals starben bei Attentaten auf westliche und jüdische Einrichtungen 45 Menschen, unter ihnen 12 Selbstmord-Attentäter.

Zwar hat es auch in Marokko seit Jahresanfang mehrere Demonstrationen für demokratische Reformen gegeben. Von Unruhen und Gewalt wie in anderen arabischen Ländern ist Marokko aber bislang weitgehend verschont geblieben. Der in weiten Teilen der Bevölkerung beliebte König Mohammed VI. hat eine Verfassungsreform angekündigt, durch die auch seine Macht eingeschränkt werden soll.

Autor: Michael Wehling (dapd, dpa, afp, rtr)

Redaktion: Dirk Eckert / Martin Schrader

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