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Aktuell Nahost

Viele Tote bei Anschlag in Damaskus

Das Zentrum der syrischen Hauptstadt ist von einem schweren Autobombenanschlag erschüttert worden. Nach Angaben von Ärzten starben 15 Menschen, mindestens 50 sollen verletzt worden sein.

Vom staatlichen syrischen Fernsehen veröffentlichte Bilder zeigen dicke schwarze Rauchsäulen über dem Stadtzentrum (Artikelbild). Gezündet wurde der Sprengsatz laut Staatsfernsehen von einem Selbstmordattentäter an einer belebten Straße im Stadtzentrum, in der Nähe des Sabaa-Baharat-Platzes. Dort befinden sich unter anderem die Zentralbank und das Finanzministerium. Die Autobombe sei von "Terroristen" gezündet worden, so die Sprachregelung in den staatlichen syrischen Medien. Gemeint sind die Gegner des Assad-Regimes. Nach der Detonation soll ein intensiver Schusswechsel in der Gegend zu hören gewesen sein. Die Druckwelle brachte Fensterscheiben zum Bersten und zerstörte dutzende Autos.

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Anschlag in Damaskus

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte im Londoner Exil bestätigte, dass mehrere Menschen bei einem Anschlag ums Leben gekommen seien. Wer hinter dem Attentat stecke, sei jedoch unklar. Sicher scheint jedoch, dass die Opposition sich immer mehr dem Zentrum von Damaskus nähert. So rückten Aufständische in den vergangenen Tagen nach heftigen Gefechten mit Assad-treuen Truppen aus den Vororten in die Innenstadt vor.

Opposition berichtet von immer mehr Überläufern

Der Rückhalt für Präsident Baschar al-Assad scheint weiter zu schwinden. Mehr als 3000 Soldaten, Offiziere und führende Beamte sollen sich allein im März vom syrischen Regime losgesagt haben. Das berichtete das von Regierungsgegnern gegründete Syrische Nationale Zentrum für Dokumentation. Mehr als ein Drittel der Deserteure seien in Damaskus und Umgebung gezählt worden. Den Angaben zufolge wurden im vergangenen Monat zudem 75 Militärs erschossen, als sie zu desertieren versuchten.

UN-Chemiewaffeninspekteure warten auf Einsatz

Auf der Mittelmeerinsel Zypern steht ein Team der Vereinten Nationen bereit, das untersuchen soll, ob in dem blutigen Bürgerkrieg chemische Waffen eingesetzt wurden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, die Inspektoren könnten binnen 24 Stunden in Syrien die Arbeit aufnehmen, wenn die Regierung in Damaskus grünes Licht gebe. Das Team bestehe aus 15 Experten, darunter Inspektoren, Mediziner und Chemiker. Ban machte deutlich, dass alle Vorwürfe an allen Orten geprüft werden müssten. "Ich fordere die syrische Regierung auf, mehr Flexibilität zu zeigen, damit die Untersuchung so schnell wie möglich beginnen kann."

Wechselseitige Vorwürfe

Die Regierung in Damaskus verwehrt den UN-Experten bislang den Zugang zum syrischen Territorium. Grund seien die - so wörtlich - "zusätzlichen Aufgaben", die der UN-Generalsekretär dem Team erteilt habe und die der Souveränität Syriens klar widersprächen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Syrien hatte die UN-Inspektoren ursprünglich selbst angefordert. Ban habe dann aber deren volle Bewegungsfreiheit in allen Landesteilen verlangt, hieß es aus Damaskus. Assad und seine Getreuen werfen den Rebellen vor, in der Provinz Aleppo Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Umgekehrt beschuldigen auch die Aufständischen die Regierungstruppen, immer wieder C-Waffen zu nutzen. Auch sie fordern eine unabhängige Untersuchung.

qu/rb ( rtr, afp, dpa)

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