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Politik

Viele Tote bei Anschlag im Südirak

Mehr als 30 Tote bei einem folgenschweren Anschlag im schiitischen Süden des Irak: Im Vorfeld des geplanten Rückzugs der amerikanischen Armee aus den großen Städten in etwa drei Wochen.

Karte Anschlag in Nassirija (DW-Grafik)

(Grafik DW)

Die Provinz Dhi Kar mit der Hauptstadt Nassirija und ihrer schiitischen Bevölkerung gilt sonst als ruhige Region. Jetzt zerriss ein Blutbad auf einem Markt die Hoffnungen auf eine Beruhigung der Lage wenigstens im Süden des Landes. Nach widersprüchlichen Berichten der lokalen Behörden wurden mindestens 32 Personen getötet, möglicherweise noch mehr. Bis zu 50 Menschen wurden verletzt.

Eine Autobombe sei auf dem Markt der Ortschaft Batha, rund 30 Kilometer westlich von Nassirija explodiert, teilte die Provinzverwaltung mit. Zahlreiche Geschäfte seien zerstört worden. Die Zahl der Todesopfer könne noch steigen. Zu dem Anschlag bekannte sich bisher niemand.

Das Attentat ereignete sich gut drei Wochen vor dem für Ende Juni geplanten Rückzug der US-Truppen aus den irakischen Städten. Ab Juli sollen die Soldaten nur noch auf Anforderung der irakischen Sicherheitskräfte eingreifen. Es war die schwerste Explosion seit dem 20. Mai, als eine Bombe in Bagdad 32 Menschen tötete und 72 verletzte. Der Bürgermeister von Batha, Ali Fahad, sagte, unter den Getöteten seien auch Frauen und Kinder.

Wiederaufflammen der Kämpfe zwischen Schiiten und Sunniten

Die irakischen Truppen hatten im September 2006 die Kontrolle über die Provinz von den multilateralen Truppen übernommen. Dennoch gibt es immer wieder Bomben- oder Selbstmordanschläge sunnitischer Aufständischer oder Milizionäre. Beobachter fürchten, dass die Zahl Anschläge im Vorfeld der für nächsten Januar geplanten Parlamentswahl zunehmen könnte. Der Rückzug der US-Armee aus den Städten eröffne den Extremisten neue Räume.

Der Anschlag von Batha ist der bislang schwerste in einer ganzen Serie der letzten Zeit. Dabei war die Frage wieder aufgeworfen worden, ob die irakische Regierung ohne die Unterstützung der US-Armee die Sicherheit im Lande garantieren kann. Die Führung in Bagdad bestand jedoch auf der Umsetzung der Abzugspläne. Danach sollen die letzten US-Soldaten den Irak im Jahr 2011 verlassen. (gmf/SC/dpa/ap/afp/rtr)

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