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Aktuell Afrika

Viele Tote bei Anschlägen in Nigeria

Bei mehreren Selbstmordattentaten in Nigeria sind mindestens 45 Menschen getötet worden, viele wurden verletzt. Noch hat sich niemand zu dem Terror bekannt, doch er trägt die Handschrift der Islamistengruppe Boko Haram.

In Jos, im Zentrum des Landes, gab es nach Augenzeugenberichten zwei Explosionen nahe einer Busstation und der Universität. Dabei seien mindestens 21 Menschen getötet worden. Nur Stunden zuvor hatte ein Selbstmordattentäter in Biu im nordöstlichen Bundesstaat Borno 23 Menschen mit in den Tod gerissen. Der Attentäter zündete den Sprengsatz nahe einem belebten Kontrollpunkt und einer Kirche. Zahlreiche Menschen wurden dabei verletzt.

Viel deutet darauf hin, dass wieder die islamistische Terrorgruppe Boko Haram hinter den Attentaten steckt. Diese kämpft seit Jahren im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias mit Terror und Gewalt für einen sogenannten "Gottestaat". In den vergangenen Monaten weitete die Extremistengruppe ihre Angriffe auch auf benachbarte Staaten aus – seit drei Wochen gehen Nigeria, Kamerun, Niger und der Tschad gemeinsam gegen die Gruppe vor.

Zwei Attentäter erschossen

Ein Augenzeuge sagte der Zeitung "Premium Times", der Angreifer in Biu habe die Detonation zunächst überlebt, sei dann aber von Mitgliedern der Joint Task Force erschossen worden. Die Bürgerwehr war gegründet worden, um das Militär im Kampf gegen Boko Haram zu unterstützen. Ein zweiter Selbstmordattentäter wurde demnach von der Armee erschossen, bevor er seinen Sprengsatz zünden konnte. Bis zum Abend gelang es nicht, die Sprengladungen an seiner Leiche zu entschärfen. Beide Attentäter gaben sich laut einem weiteren Augenzeugen als fahrende Händler aus.

Erst am Dienstag hatten Selbstmordattentäter bei Anschlägen auf zwei Busbahnhöfe in Potiskum und Kano im Norden Nigerias fast 30 Menschen getötet. Präsident Goodluck Jonathan machte dafür ebenfalls Boko Haram verantwortlich.

Der Präsident in der Kritik

Der Präsident wird immer wieder für seine Unfähigkeit kritisiert, den Aufstand der Islamisten unter Kontrolle zu bekommen. Am 28. März finden in dem westafrikanischen Staat Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Sie sollten eigentlich schon am 14. Februar abgehalten werden, wurden aber - angeblich wegen der anhaltenden Gewalt - verschoben. Der Herausforderer von Präsident Jonathan, der frühere Militärmachthaber Muhammadu Buhari, sagte, jede weitere Verzögerung sei verfassungswidrig und würde nicht hingenommen werden.

chr/gmf (dpa, afp, rtr )

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