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Aktuell Welt

Viele Tote bei Anschlägen in Bagdad

Vor der Aufhebung der nächtlichen Ausgangssperre in Bagdad sind bei drei Bombenanschlägen mindestens 37 Menschen getötet worden. Die internationale Koalition konzentriert ihre Luftangriffe auf die IS-Hochburg Mossul.

Der erste Sprengsatz sei im Schiiten-Viertel "Neu-Bagdad explodiert", teilten die Sicherheitsbehörden in der irakischen Hauptstadt mit. Allein dabei seien 22 Menschen getötet worden. Ziel der zweiten Attacke sei der Marktbezirk Scharka gewesen. Dort habe es elf Tote gegeben. Zudem seien durch einen Bombenanschlag im schiitischen Teil des Stadtbezirks Dura vier Menschen getötet worden. Bislang bekannte sich keine Organisation zu der Anschlagsserie. In der Vergangenheit gingen derartige Attentate aber meist auf das Konto der Terrormiliz "Islamischer Staat", IS.

Ausgangssperre seit 2003

Der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi hat angekündigt, am Samstag um Mitternacht werde die nächtliche Ausgangssperre für Bagdad aufgehoben, die seit der US-geführten Militärinvasion 2003 besteht. Die jetzige Sperre von Mitternacht bis 05.00 Uhr (Ortszeit) wurde vor mehr als sieben Jahren verfügt. Die Regierung will mit der Aufhebung zu einer Normalisierung des gesellschaftlichen Lebens beitragen und signalisieren, dass die Gefahr durch die IS-Miliz in Bagdad gebannt ist. Die Hauptstadt ist derzeit nicht von größeren Angriffen der Dschihadisten bedroht. Bombenanschläge aber gibt es immer wieder.

Im Sommer 2014 hatte der IS größere Gebiete im Irak erobert und mit den von ihm in Syrien kontrollierten Regionen zu einem "Islamischen Kalifat" vereinigt. In jüngster Zeit musste die Terrormiliz aber einige Niederlagen hinnehmen. So wurden die "Gotteskrieger" von kurdischen Kämpfern aus der Stadt Kobane an der syrisch-türkischen Grenze vertrieben.

Luftschläge gegen Mossul

Die von den USA geführte internationale Koalition gegen den IS hat nach kurdischen Angaben mit Luftangriffen auf Mossul begonnen. Die Terrormiliz hatte die Millionenstadt im Norden des Irak im Juni eingenommen. Wie das Nachrichtenportal "Rudaw" unter Berufung auf einen Vertreter der kurdische Peschmerga-Armee meldete, begann der IS wegen der Luftangriffe mit Evakuierungen aus dem Stadtzentrum.

Die unabhängige irakische Nachrichtenseite ''Al-Sumaria" meldete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass die Extremisten aus sieben Ortschaften nordwestlich von Mossul durch Luftschläge und kurdische Soldaten vertrieben worden seien. Wie der katholische Nachrichtendienst "AsiaNews" meldete, haben die IS-Kämpfer in Mossul die "Kirche der Jungfrau Maria", eine der größten und ältesten chaldäisch-katholischen Kirchen des Irak, gesprengt.

Weitere Luftangriffe

Die Luftwaffe Jordaniens setzte ihre Angriffe auf Stellungen des IS in Syrien und im Irak fort. Sie sind eine Vergeltung für die am Dienstag bekannt gewordene Ermordung des jordanischen Kampfpiloten Muas al-Kasasba durch die Dschihadistenmiliz. Nach Angaben des IS wurde bei Luftschlägen der Koalition am Freitag eine in der Gewalt der Miliz befindliche US-Geisel getötet. Laut US-Regierung gibt es keine Beweise für den Tod der Frau.

wl/uh (dpa, afp, rtre)