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Aktuell Nahost

Viele Tote bei Anschlägen im Irak

Der Terror ist Alltag: Bei mehreren Explosionen im Irak werden wieder zahlreiche Menschen getötet. Kurz vor dem wichtigsten Fest der Schiiten ist die Befürchtung groß, dass noch schlimmere Attentate bevorstehen.

Bei einer Serie von Bombenanschlägen sind im Irak mindestens 43 Menschen getötet worden. Ein Selbstmordattentäter riss in einer schiitischen Moschee in Bagdad nach Polizeiangaben mindestens 17 Menschen mit in den Tod, mehr als 20 wurden verletzt. Das Attentat in der irakischen Hauptstadt galt demnach Gläubigen, die nach dem Mittagsgebet die Moschee Husseiniyat al-Chairat im Stadtteil Sinak verließen.

In der Schiitenhochburg Kerbela, rund 90 Kilometer südlich von Bagdad, explodierten vier Autobomben nahezu gleichzeitig. Dabei wurden nach Angaben der Polizei mindestens 26 Menschen getötet und 55 verletzt. Zu den Attentaten bekannte sich zunächst niemand. Selbstmordanschläge werden im Irak in der Regel sunnitischen Islamisten zugeschrieben. Dazu gehören auch die Kämpfer der radikalsunnitischen Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS).

Die Moschee in Bagdad nach dem Anschlag (Foto: Reuters)

Bei dem Anschlag in Bagdad wurden mindestens 17 Menschen getötet

Sorge vor noch mehr Anschlägen

Die gehäuften Anschläge der jüngsten Zeit in Bagdad nähren die Befürchtung, dass es im Monat Muharram, der Ende der Woche beginnt, vermehrt Attentate auf schiitische Gläubige geben könnte. In den Muharram, den zweitheiligsten Monat im islamischen Kalender nach dem Ramadan, fällt Aschura, das wichtigste Fest der Schiiten.

Nach dem Fest kommen jedes Jahr hunderttausende Pilger zu Fuß ans Grab des Imams Hussein in die irakische Stadt Kerbela. Sie gedenken dabei der Schlacht von Kerbela im Jahr 680, bei der der Überlieferung nach der Propheten-Enkel zusammen mit zahlreichen Getreuen vom Kalifen Jasid getötet wurde. Während für die Schiiten Hussein als direkter Nachfahre des Propheten der rechtmäßige Anführer der Muslime war, betrachten die Sunniten die Kalifen als Nachfolger Mohammeds. In der Vergangenheit gab es in Kerbela immer wieder Anschläge auf schiitische Pilger.

IS versucht auf Bagdad vorzustoßen

Die IS-Milizen im Irak haben seit Juni weite Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Bisher versuchten sie vergeblich, auf Bagdad vorzustoßen. Hauptopfer der Anschläge im Irak sind Mitglieder der schiitischen Mehrheit. Von dschihadistischen Sunniten werden sie als Ketzer angesehen.

Erst am Sonntag hatte sich ein Selbstmordattentäter vor einer Schiitenmoschee im westlichen Stadtteil Harthija in die Luft gesprengt und nach jüngsten Angaben mindestens 22 Menschen mit in den Tod gerissen.

cr/mak (afp, ap)