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Aktuell Nahost

Viele Todesopfer bei Kämpfen im Jemen

Die Gewalt im Jemen ist wieder eskaliert. Während sich im Norden schiitische Rebellen schwere Gefechte mit der Armee liefern, attackieren im Süden sunnitische Al-Kaida-Kämpfer an der Grenze eine saudische Patrouille.

Bei Kämpfen zwischen islamistischen Kämpfern und dem Militär sind seit Samstag im Norden des arabischen Landes mindestens 90 Menschen getötet worden, wie der Nachrichtenkanal Al-Arabija meldet. Auslöser der neuen Gewaltwelle war ein Bruch der Waffenruhe, für den sich beide Seiten gegenseitig verantwortlich machten.

Am Freitag wurden drei mutmaßliche Al-Kaida-Kämpfer getötet, als sie einen saudiarabischen Grenzposten angriffen. Dabei kamen auch vier Grenzschützer ums Leben. Zwei weitere Al-Kaida-Angehörige sprengten sich nach ihrer Flucht im angrenzenden Saudi-Arabien in Regierungsgebäuden in die Luft.

Luftangriffe gegen Huthis

Nach übereinstimmenden Angaben von Militärs und Stammesvertretern rückten Einheiten der Huthi-Volksgruppe aus ihren Berggebieten in Richtung der Hauptstadt Sanaa vor. In der Umgebung der Stadt Amran wurden sie am Samstag von Kampfjets der Luftwaffe angegriffen. Auch Artillerie und Panzer waren im Einsatz. Auch am Sonntag wurden die Gefechte im Raum Amran fortgesetzt.

Das jemenitische Nachrichtenportal Barakish Net berichtet von anhaltenden Straßenkämpfen im Zentrum Amrans. "Bei uns ist eine große Anzahl von Leichen und von Verletzten eingeliefert worden", sagte der Arzt eines Krankenhauses in Amran der Nachrichtenagentur dpa. Es handele sich um Soldaten und Stammesangehörige.

Feuerüberfall auf Armeefahrzeug

Aus der Provinz Abjan im Süden des Landes wurde am Sonntag ein Anschlag auf ein Armeefahrzeug gemeldet, bei dem sechs Soldaten getötet wurden. Zwei Soldaten erlitten Verletzungen. Ein Militärvertreter machte "bewaffnete Al-Kaida-Kämpfer" für die Attacke in Al-Mehfed verantwortlich.

Der Jemen kämpft an verschiedenen Fronten gegen islamistische Aufständische. Im gebirgigen Norden des Landes versucht eine Schiiten-Miliz, ihre Herrschaft zu festigen. Zwischen den schiitischen Huthis und der Armee kommt es immer wieder zu Kämpfen, seit die Rebellen im Jahr 2004 einen Aufstand begonnen hatten. Sie wollen für ihre Stammesgebiete die Unabhängigkeit erreichen. Ende Juni waren sie nach schweren Auseinandersetzungen mit der Armee bis auf zehn Kilometer an die Hauptstadt Sanaa herangerückt.

Im Süden kämpfen dagegen Separatisten gegen die Zentralregierung. Zudem wird das Land immer wieder durch Anschläge der Al-Kaida erschüttert. Die "Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel" gilt derzeit als gefährlichster Ableger der Organisation.

kle/det (rtr, afp, dpa)