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Aktuell Afrika

Viele Todesopfer bei Anschlag im Norden Kenias

Die Lage im Norden Kenias spitzt sich zu. Mitglieder der islamistischen Al-Shabaab-Miliz überfielen einen Steinbruch und eine Bar in einem Grenzbezirk zu Somalia. Mindestens 37 Menschen wurden getötet.

Bei dem Angriff bewaffneter Männer auf einen Steinbruch im Bezirk Mandera im Nordosten Kenias wurden mindestens 36 Arbeiter getötet. Das teilten das Rote Kreuz und der Sender Citizen Television übereinstimmend mit. Die Angreifer feuerten demnach auf die Zelte, in denen die Arbeiter schliefen. Das Bergwerk befindet sich etwa 15 Kilometer von der Stadt Mandera entfernt. Zu dem Angriff bekannte sich die radikalislamische Al-Shabaab-Miliz aus den Nachbarland Somalia.

Kurz zuvor hatten unbekannte Täter eine Bar in der Ortschaft Wajir ebenfalls im Nordosten Kenias angegriffen. Nach Angaben der Behörden sowie von Ärzten warfen die Attentäter Sprengsätze auf das Lokal und feuerten zusätzlich auf das Gebäude. Dabei gab es ein Todesopfer und zwölf Verletzte. Die Bar ist vor allem bei Fremden beliebt. Die Bevölkerung der Stadt ist überwiegend muslimisch, die Gegend zieht aber auch Arbeiter aus dem Süden des Landes an, die wiederum vornehmlich Christen sind.

Appell von Gewerkschaften

Angesichts der jüngsten Gewaltwelle riefen vor etwa einer Woche mehrere Gewerkschaften des Landes ihre Mitglieder zum Verlassen der Region auf. "Ihre Leben sind eindeutig in Gefahr", sagte der Chef der Lehrergewerkschaft, Wilson Sossion, der Tageszeitung "Nation". Insgesamt sechs Gewerkschaften, darunter eine von Ärzten und Zahnärzten sowie eine von Mitarbeitern des öffentlichen Diensts, lancierten entsprechende Aufrufe. Sie warfen der Regierung vor, nicht genug zum Schutz ihrer Mitglieder zu tun.

Im Norden Kenias hatten am 22. November Kämpfer der Al-Shabaab-Miliz einen Reisebus überfallen und 28 Menschen getötet. Bei den Opfern handelte es sich um Passagiere, die nicht muslimischen Glaubens waren. Unter Toten sollen sich 24 Lehrer und drei Ärzte befunden haben. Das kenianische Militär reagierte prompt und verfolgte die Drahtzieher bis nach Somalia. Nach Angaben von Vize-Präsident William Ruto machten Soldaten die Lager ausfindig, von denen aus die Extremisten aus Somalia zu der Attacke auf den Bus aufgebrochen waren. Bei der Militäraktion seien 100 Islamisten getötet und vier Stützpunkte zerstört worden.

Angebliche Vergeltungsaktionen

Das ostafrikanische Land wurde in jüngster Zeit mehrfach von Anschlägen erschüttert. So verübten die Extremisten den spektakulären Angriff auf das Westgate-Einkaufszentrum in der Hauptstadt Nairobi, bei dem im September 2013 mindestens 67 Menschen getötet wurden. Mitte Juni töteten sie in zwei kenianischen Küstenorten etwa 60 Menschen.

Die Al-Shabaab bezeichnet die Angriffe als Vergeltung dafür, dass sich Kenia an dem internationalen Militäreinsatz in Somalia beteiligt. Seit dem Sturz von Machthaber Siad Barre im Jahr 1991 herrscht dort Bürgerkrieg. Die Al-Shabaab kontrollierte über Jahre weite Teile im Zentrum und Süden des Landes, wurde inzwischen aber aus den meisten Städten zurückgedrängt.

kle/cr (afp, rtr)

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