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Aktuell Deutschland

Viele Rosenmontagszüge wegen Sturms abgesagt

Sturmtief "Ruzica" wirbelte die Pläne der Narren in Deutschland durcheinander: Aus Sicherheitsgründen verzichten viele Städte auf die traditionellen Rosenmontagszüge. In Köln trotzten die Jecken dem Wetter.

Eigentlich hätte der Düsseldorfer Umzug am späten Vormittag starten sollen. Doch die Organisatoren vom Comitee Düsseldorfer Carneval sagten den Straßenumzug am Montagmorgen ab. Zu groß ist ihre Sorge, dass das Wetter Menschen gefährden könnte. Metereologen erwarten Sturmböen von bis zu 100 km/h. Die Düsseldorfer Jecken wollten ihren Rosenmontagszug so schnell wie möglich nachholen, teilten die Veranstalter mit.

Mehrere Rosenmontagszüge wurden bereits wegen Sturmtief "Ruzica" abgesagt, darunter auch der in Mainz. Die Rosenmontagsumzüge in Mainz, Düsseldorf und Köln zählen zu den größten bundesweit. Die Paraden in den drei Karnevalshochburgen locken stets hunderttausende Menschen an. Düsseldorf hat bereits Erfahrung mit einer wetterbedingten Absage. 1990 fiel der Umzug an Rosenmontag wegen eines schweren Orkans aus, wurde allerdings später nachgeholt. Mit 82 Tagen Verspätung zogen die aufwändig geschmückten Wagen im Mai durch die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt.

Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling sagte zur Absage: "Das ist mehr als schade, aber es ist nicht das Ende der Fröhlichkeit in Mainz." Ob es einen Nachholtermin für den Zug gibt, lassen die Verantwortlichen offen. "Wir schließen es nicht aus", sagt Ebling.
Eines ist zumindest klar: Die Absage wird finanzielle Folgen haben. Der Düsseldorfer Karnevalsverein hat seinen Rosenmontagszug allerdings auch für den Fall eines Ausfalls versichert. In Mainz liegen die Organisationskosten des Zuges laut Aussagen des Mainzer Carneval-Vereins MCV bei bis zu 400.000 Euro. Falls Sponsoren ausfallen oder Budenbetreiber Schadenersatz fordern, könnte die Summe noch steigen.
Rosenmontag in Köln (Volker Hartmann/Getty Images)

Merkel ist auch Thema auf dem Kölner Zug

Köln bleibt standhaft

In Köln startete der Rosenmontagszug am Vormittag - allerdings in deutlich abgespeckter Form. Pferde und Pferdefuhrwerke wurden aus dem Zug herausgenommen. Großfiguren, Trageschilder und Fahnen durften ebenfalls nicht mitgeführt werden. Bei teils sogar sonnigem Wetter und gemäßigtem Wind fuhren die Motiv-Wagen los, die sich unter anderem mit der Flüchtlingspolitik, dem Syrien-Krieg und der Euro-Krise befassen. Mehrere hunderttausend Menschen standen entlang der Zugstrecke. Auch die Bonner und Aachener wollten sich von dem Wetter ihren Karneval nicht vermiesen lassen.

Die Rosenmontagszüge sind traditionell der Höhepunkt des Straßenkarnevals. Das närrische Treiben in den rheinischen Karnevalshochburgen hatte am Donnerstag mit der Weiberfastnacht unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen begonnen. In Köln und anderen Städten war ein Großaufgebot der Polizei im Einsatz. Die Sicherheitsbehörden zogen damit die Konsequenz aus den massiven sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof sowie der Sorge vor Anschlägen.
mm/nem/kle (dpa, afp, rtr)

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