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Präsidentenwahl 2018

Viele Nawalny-Anhänger in Russland festgesetzt

Für Präsident Putin ist der Oppositionelle, dessen Namen er nicht in den Mund nimmt, ein Stachel im Fleisch. Gegen Nawalnys Anhänger greifen die Sicherheitskräfte hart durch, auch wenn diese Luftballons verteilen.

Nach der Freilassung des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny hat die Polizei landesweit mehr als 60 Anhänger des Kremlkritikers festgesetzt. Allein in Moskau seien bei einer Kampagne für Nawalny mindestens 35 Menschen festgenommen worden, heißt es im Bürgerrechtlerportal OWD-Info. Auch in mehreren Provinzstädten gab es Festnahmen.

Nawalnys Unterstützer hatten an Metro-Ausgängen und auf den Straßen Wahlwerbung verteilt. Erkennbar waren sie durch rote Ballons, auf denen "Nawalny 2018" stand. Der Gegner von Kremlchef Wladimir Putin will bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr antreten. Nach Auffassung der Wahlkommission darf er sich allerdings nicht aufstellen lassen, weil er zu einer fünfjährigen Bewährungsstrafe wegen Veruntreuung verurteilt wurde.

"Für einen Dialog uninteressant"

Journalisten fragten Präsident Putin beim G20-Gipfel in Hamburg, was er von Nawalny halte und warum er dessen Namen nicht einmal in den Mund nehme. Präsident und Regierung könnten nur mit Menschen reden, die konstruktive Vorschläge machen, antwortete Putin - wieder, ohne Nawalny namentlich zu erwähnen. "Wenn es nur darum geht, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, dann ist das für einen Dialog uninteressant."

Nawalny war am Freitag nach 25 Tagen Arrest aus dem Gefängnis entlassen worden. Ein Moskauer Gericht hatte ihn verurteilt, nachdem er Mitte Juni zu nicht erlaubten Demonstrationen aufgerufen hatte. Ebenfalls am Freitag hatte die Polizei mehrere von Nawalnys Wahlkampfbüros durchsucht.

jj/pab (dpa, afp)