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Korruption

Viele Millionen Euro in Moldau versenkt?

Der neue Präsident der Republik Moldau wirft der EU schwere Versäumnisse bei der Kontrolle millionenschwerer Finanzhilfen an sein Land vor. Viel Geld sei in "dunkle Kanäle" geflossen, kritisiert Igor Dodon.

"Die Europäische Union hat Moldau zwischen 2007 und 2015 mit mehr als 782 Millionen Euro unterstützt. Mindestens die Hälfte dieses Geldes ist in dunkle Kanäle verschwunden", sagte Präsident Igor Dodon (Artikelbild) der deutschen Tageszeitung "Die Welt". "Korrupte Mitglieder der verschiedenen angeblich proeuropäischen Regierungen in meinem Land haben es gestohlen."

Die Auszahlungen aus dem Westen hätten viel stärker an Bedingungen geknüpft werden müssen, so der 42-jährige Staatschef. Auch bilaterale Kredite in Milliardenhöhe seien "zu einem wesentlichen Teil" in falsche Hände geflossen. Es müsse alles dafür getan werden, dass die Finanzhilfen aus der EU künftig auch bei den Bürgern landen und für Reformen verwendet würden, forderte Dodon.

"Schlösser in Deutschland"

Und er stellte die rhetorische Frage: "Wie sollen Bürger in Deutschland, die in einfachen Wohnungen leben, verstehen, dass ihre Steuergelder nach Moldau geflossen sind, wo korrupte Politiker das Geld dazu verwendeten, sich Schlösser in Deutschland zu kaufen?"

Die frühere Sowjetrepublik - gelegen zwischen Rumänien und der Ukraine - hat gut drei Millionen Einwohner und gilt als einer der ärmsten Staaten Europas. 2014 rückte das Land mit einem Partnerschaftsabkommen näher an die EU heran, was von Russland scharf kritisiert wird. Präsident Dodon, erst seit Ende 2016 im Amt, gilt als "moskautreu".

wa/stu (dpa, welt)

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