Viele Flüchtlinge arbeiten als Fachkräfte | Aktuell Deutschland | DW | 28.12.2017
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Arbeitsmarkt

Viele Flüchtlinge arbeiten als Fachkräfte

Etliche Branchen der deutschen Wirtschaft klagen über Fachkräftemangel. Erst richteten sich die Hoffnungen auf Asylbewerber - dann wurde vor Blauäugigkeit gewarnt. Eine neue Untersuchung liefert Fakten.

Zahlreiche Flüchtlinge, die einen Job haben, werden laut einer Studie als qualifizierte Fachkräfte eingesetzt. Aktuell sind rund 140.000 Menschen aus den acht Hauptasylherkunftsländern in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das geht aus einer Analyse des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, wie Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten.

Knapp 60 Prozent sind demnach als qualifizierte Fachkräfte beschäftigt, 40 Prozent in Helfertätigkeiten ohne abgeschlossene Berufsausbildung. 9,4 Prozent üben einen Beruf aus, der in der Regel ein Diplom oder einen Master erfordert. Künftig dürfte aber nach Prognosen der IW-Forscher der Anteil der Geflüchteten, die nur eine Arbeit als Helfer finden, noch wachsen.

420.000 Flüchtlinge arbeitsuchend

Grundlage der Studie waren Daten der Bundesagentur für Arbeit vom März. Ende November waren dort 420.000 Flüchtlinge als arbeitsuchend registriert, 175.000 gelten offiziell als arbeitslos. Die übrigen durchlaufen derzeit noch Integrations- und Sprachkurse oder absolvieren Förderkurse der Arbeitsagentur.

Die Daten zeigen laut den Funke-Medien ein besonderes Engagement kleiner und mittlerer Betriebe bei der Beschäftigung von Menschen aus den Hauptherkunftsländern. Drei Viertel von ihnen arbeiten demzufolge in kleinen und mittleren Unternehmen. In Großbetrieben ist der Beschäftigungsanteil deutlich geringer.

Die acht Hauptasylherkunftsländer sind Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien. Fast ein Viertel aller Beschäftigten aus diesen Staaten sind Syrer. Ein weiteres Fünftel sind Afghanen, gefolgt von Irakern (15 Prozent) und Iranern (14 Prozent). Auffällig ist der Studie zufolge der hohe Anteil von Fachkräften unter den Afghanen mit mehr als 50 Prozent.

jj/jv (dpa, kna, epd)