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Türkei

Viele Festnahmen bei Razzien gegen Istanbuler Börse

Bei einem Einsatz gegen die Börse in Istanbul sind in der Türkei 57 Menschen festgenommen worden. Sie sollen für die verbotene Gülen-Bewegung gearbeitet haben.

Insgesamt sollen mehr als hundert Haftbefehle ausgestellt worden sein, die Razzien dauern weiter an. Wie die Zeitung "Habertürk" auf ihrer Internetseite berichtet, richten sich die Aktionen gegen frühere Mitarbeiter der Istanbuler Börse. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldet, es habe Verhaftungen in sechs Provinzen der Türkei gegeben.

Verschlüsselte Botschaften?

Ihnen wird vorgeworfen, den verschlüsselten Kurzmitteilungsdienst ByLock genutzt zu haben, der laut der Regierung eigens für die Gülen-Anhänger entwickelt wurde. Sie sollen zudem Transaktionen für die Bank Asya ausgeführt haben, die einst zur Gülen-Bewegung gehörte.

Die Regierung in Ankara macht die Bewegung für den vereitelten Putsch im Juli vergangenen Jahres verantwortlich. Sie geht seitdem mit massenhaften Festnahmen gegen vermeintliche Gegner und mutmaßliche Unterstützer der Revolte vor. Der in den USA im Exil lebende Prediger Fethullah Gülen bestreitet, hinter dem Putschversuch zu stecken.

Fast 50.000 Festnahmen

Insgesamt sind seit der Niederschlagung des Putsches bereits mehr als 47.000 Menschen in der Türkei verhaftet worden. Im vergangenen Monat wurden 4000 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes entlassen, außerdem verloren rund 9000 Polizisten ihren Job. Präsident Recep Tayyip Erdogan rechtfertigt die Verhaftungs- und Entlassungswelle mit dem Hinweis, türkische Einrichtungen seien durch die Gülen-Bewegung wie mit einem Virus infiziert.

haz/stu (afp,rtr)