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Aktuell Europa

Viele Europäer fürchten höheres Anschlagsrisiko durch Flüchtlinge

Sie seien potenzielle Terroristen, und sie nähmen den Einheimischen die Arbeit weg: Das sagen viele Europäer über Flüchtlinge. Die Angst ist allerdings überraschend verteilt, wie eine neue Untersuchung zeigt.

Flüchtlinge am Wiener Westbahnhof (Archivbild: Reuters)

Willkommen? Flüchtlinge am Wiener Westbahnhof (Archivbild)

Eine Mehrheit der Europäer fürchtet laut einer Studie, dass durch den Flüchtlingsandrang die Gefahr terroristischer Attentate wächst. Zugleich äußerten viele Befragte die Angst, dass die Neuankömmlinge ihnen "Jobs und Sozialleistungen wegnehmen", wie aus einer Untersuchung des US-amerikanischen Pew Research Center hervorgeht. Besonders stark sind diese Ansichten in Ungarn und Polen verbreitet - in Ländern also, die im vergangenen Jahr vergleichsweise wenig Flüchtlinge aufgenommen haben und deren nationalkonservative Regierungen sich heftig dagegen sperren.

In acht von zehn EU-Staaten, die insgesamt 80 Prozent der europäischen Bevölkerung repräsentieren, erklärten mehr als die Hälfte der Befragten, dass die Ankunft der Flüchtlinge die Wahrscheinlichkeit einer "terroristischen Gefahr" in ihrem Land erhöhe. In Ungarn stimmten 76 Prozent, in Polen 71 Prozent der Befragten dieser Aussage zu. Bei den Deutschen äußerten 61 Prozent diese Sorge. In Frankreich dagegen, das im vergangenen Jahr von zwei verheerenden islamistischen Anschlägen getroffen wurde, glaubt knapp über die Hälfte der Befragten (51 Prozent) nicht an eine erhöhte Terrorgefahr durch die ankommenden Flüchtlinge.

"Klare Verbindung in den Köpfen"

Insgesamt gebe es in den Köpfen der Europäer eine "sehr klare Verbindung" zwischen "der Flüchtlingskrise und der Terrorgefahr", schreibt das Pew Research Center in seiner Studie. So stünden die stark angestiegenen Flüchtlingszahlen auch im Mittelpunkt der Anti-Einwanderungs-Rhetorik rechtsgerichteter Parteien.

Der Studie zufolge empfindet in sieben von zehn Ländern eine Mehrheit die Flüchtlinge aber als auch "Last", da sie mit der einheimischen Bevölkerung um Arbeit und Sozialleistungen konkurrierten. 82 Prozent der Befragten äußerten diese Ansicht in Ungarn, 75 Prozent in Polen und 72 Prozent in Griechenland. In Deutschland und Schweden hingegen, die im vergangenen Jahr besonders viele Flüchtlinge aufgenommen haben, herrscht diese Meinung nicht vor. So fürchten 59 Prozent der Befragten in der Bundesrepublik nicht aufgrund des Flüchtlingsandrangs um ihren Job. Vielmehr erklärte in Deutschland und Schweden die Mehrheit, die Neuankömmlinge machten die Gastländer durch ihre Arbeitskraft und ihre Talente stärker.

Das Pew Research Center befragte für die Untersuchung zwischen Anfang April und Mitte Mai knapp 11.500 Menschen. Die Studie wurde in Deutschland, Frankreich, Italien, Griechenland, Großbritannien, den Niederlanden, Polen, Schweden, Spanien und Ungarn durchgeführt.

jj/cr (afp, ap)