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Sport

Viele Brasilianer, wenig Zauber

26 Brasilianer waren in der abgelaufenen Bundesliga-Saison im Einsatz. Nur wenige von ihnen werden in Erinnerung bleiben. Aber einige, wie Cacau und Diego, zeigten, wie schön und effektiv Samba-Fußball sein kann.

Meisterliche Saison: Stuttgarts Brasilianer Cacau hat allen Grund zum Feiern

Meisterliche Saison: Stuttgarts Brasilianer Cacau hatte Grund zum Feiern

Vor 20 Jahren, als Mittelfeldregisseur Tita vom Traditionsklub Vasco da Gama aus Rio de Janeiro nach Leverkusen wechselte, hielt der Samba-Fußball Einzug in die deutsche Elite-Liga. In der Saison 2006/2007 kickten 26 Brasilianer aus 15 Vereinen in der ersten Fußball-Bundesliga. Abgesehen von den 255 so genannten UEFA-Ausländern, bildeten sie die größte Gruppe der insgesamt 335 von insgesamt 853 Lizenzspielern, die nach Angaben der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zu Saisonbeginn keinen deutschen Pass hatten.

Die Ballzauberer vom Zuckerhut sind aber längst kein Garant für Erfolg. Nur selten sind unter ihnen Ausnahmespieler wie ein Giovane Élber zu finden, der in seiner Bundesligazeit 133 Tore für Stuttgart und Bayern München erzielte und zum erfolgreichsten Ausländer der Bundesliga-Geschichte wurde. Oder wie ein Márcio Amoroso, Torschützenkönig der Saison 2001/2002 im Trikot von Borussia Dortmund. Oder schließlich wie ein Aílton, ebenfalls Torschützenkönig und Meister mit Werder Bremen 2004 und erster Ausländer, der Fußballer des Jahres in Deutschland wurde.

Diegos Traumtor und Kuranyis Comback

Zeigte Zauberfußball und spektakuläre Tore: Bremens Neuzugang Diego

Der Mann für Zauberfußball und spektakuläre Tore: Diego

Blickt man auf die abgelaufene Saison 2006/2007 zurück, so wird vor allem das "Traumtor" von Diego aus 63 Metern gegen Alemannia Aachen in Erinnerung bleiben. Insgesamt schoss der 22-jährige Super-Dribbler 13 Tore für Werder Bremen - genau so viele wie WM-Torschützenkönig Miroslav Klose - und ist, wie einst Ailton, Anwärter auf den Titel "Spieler des Jahres". Mit genialen Dribblings, Pässen und Toren zeigte er, wie schön und effektiv Samba-Fußball sein kann.

Neben Diego tat sich bei Werder dessen Landsmann Naldo hervor, der sich als feste Größe in der Bremer-Abwehr etablierte und auch im Angriff seine Gefährlichkeit bewies. Auf Naldos Konto gehen sechs der 76 Tore der norddeutschen Tormaschine.

Lincoln (Schalke) hat (Leverkusen) zu Boden gestreckt

Rastet gerne mal aus: Lincoln von Schalke 04

Die meisten Brasilianer im Kader hat Schalke 04. Neben Kapitän Marcelo Bordon spielen Rechtsaußen Rafinha und Mittelfeldregisseur Lincoln bei den Königsblauen. "Geduld und Bordon" hieß die Devise der Schützlinge von Trainer Mirko Slomka, solange sie die Tabelle anführten. Nach einer Unbeherrschtheit Lincolns gegen den Leverkusener Bernd Schneider und der nachfolgenden sechswöchigen Sperre, schmolz der Vorsprung der Schalker bis auf einen Punkt. Im ersten Jahr bei den "Knappen" gelangen Lincoln zwölf Tore, in dieser Saison waren es lediglich drei, genau so viele erzielte Abwehrschef Bordon.

Mit Cacau zum Double?

Der absolute Aufsteiger dieser Saison heißt Jerônimo Claudemir Barreto, kurz Cacau. Er kam von ganz unten, vom unbekannten Nacional AC (São Paulo) über den Regionalligisten Türk Gücü (München) und den 1. FC Nürnberg nach Stuttgart. In der Saison 2004/05 schoss er in 32 Spielen zwölf Tore für die Schwaben. Diesmal wurden es 13.

Vor der Saison stand er noch auf der Verkaufsliste. Als Nationalspieler Mario Gomez zwei Monate lang verletzungsbedingt ausfiel, schlug die Stunde des Brasilianers. Seine Galavorstellung gegen den FC Bayern (zwei Tore beim 3:1-Erfolg) machte ihn unverkäuflich.

Schließlich trug Cacau nicht nur entscheidend zum fünften Titelgewinn der Stuttgarter bei, sondern schoss die Schwaben auch ins DFB-Pokalfinale, wo sie am Samstag (26.5.) gegen den 1. FC Nürnberg das Double perfekt machen können. Bei den Franken steht mit Glauber ein weiterer Brasilianer im Pokalfinale.

Rückkehrer, Abwanderer und Neuzugänge

Fünf Tore, fünf Vorlagen: Marcelinho macht seinen Job für die Wölfe

Fünf Tore, fünf Vorlagen: Marcelinho macht seinen Job

Erfreulich - und für die Wolfsburger überlebenswichtig - war die Rückkehr Marcelinhos vom türkischen Klub Trabzonspor in die Bundesliga. Mit fünf Toren und fünf Vorlagen rettete er die Wölfe in der Rückrunde vor dem Abstieg und wird voraussichtlich bis 2009 in Wolfsburg bleiben.

Dedé - treuester Brasilianer der Bundesliga - und Neuzugang Tinga hatten eine turbulente Spielzeit bei Borussia Dortmund, der einstigen Hochburg der Samba-Kicker. Beide spielten, wie auch Nationalspieler Gilberto bei Hertha BSC, nur eine mittelmäßige Saison.

Bayer Leverkusen hatte in dieser Saison auch nicht viel von seinen Brasilianern. Athirson und Roque Júnior (langzeitverlezt) kamen kaum zum Einsatz. Einzig Juan bestätigte seine Klasse in der Abwehr, wechselt aber zum AS Rom. Ob der zum 30. Juni auslaufenden Vetrag mit Roque Junior verlängert wird, ist noch unklar.

Schnell vergessen möchte Lucio die schlechteste Spielzeit von Bayern München der letzten zehn Jahre. Die nächste Saison werden die Bayern wahrscheinlich ohne ihn beginnen müssen, wenn Brasilien es in die Endphase der Copa America schafft.

Mit Kahe (Borussia Mönchengladbach, vier Tore) steigt auch ein Brasilianer in die 2. Bundesliga ab. Dafür spielt Diego Morais Pacheco in der kommenden Saison für Bundesliga-Aufsteiger Hansa Rostock. Außerdem sollen zwei Brasilianer den Aufsteiger MSV Duisburg in der Bundesliga verstärken. Der 27 Jahre alte Abwehrspieler Fernando Santos, der für 500.000 Euro von Botafogo kommt, sowie der zuletzt vereinslose und ablösefreie 21 Jahre alte Mittelfeldspieler Maicon Thiago Pereira da Souza kommen aus der zweiten brasilianischen Liga und erhalten Vier-Jahres-Verträge.

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