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Zeitungsbericht

Viele Asyl-Entscheider offenbar nicht qualifiziert

Durch den Fall Franco A. ist die Qualifikation der Mitarbeiter im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge verstärkt in den Fokus gerückt. Nach Informationen der "Nürnberger Nachrichten" gibt es erhebliche Mängel.

Ein großer Teil des für Asylverfahren zuständigen Personals des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist demnach für seine Aufgaben nicht hinreichend qualifiziert. So hätten 454 Entscheider keine relevante Qualifizierungsmaßnahme absolviert, schreiben die "Nürnberger Nachrichten" unter Berufung auf einen internen Bericht der Behörde. Damit seien etwa 15 Prozent der 3033 Entscheider, die zwischen dem 1. August 2015 und dem 1. März 2017 beim BAMF angefangen haben, "ohne Qualifizierung", heiße es in der vertraulichen Analyse.

Einweisung durch "Training on the job"

Noch wesentlich schlechter sei die Quote bei den Beschäftigten im Asylverfahrenssekretariat. Ihre Aufgabe besteht unter anderem darin, Anträge anzunehmen, Dokumente der Asylbewerber zu prüfen und Antragsteller erkennungsdienstlich zu behandeln. Im oben genannten Zeitraum hätten in diesem Bereich 3340 Mitarbeiter angefangen. Von ihnen haben dem Bericht zufolge 80 Prozent keine Qualifizierungsmaßnahmen durchlaufen. Stattdessen seien sie durch "Training on the job" eingewiesen worden.

Eine BAMF-Sprecherin erklärte der Zeitung, man habe die Qualifizierung inzwischen "angepasst". Außerdem habe man als eine Konsequenz aus dem Fall Franco A."eine Reihe von weiteren qualitätssichernden Maßnahmen eingeleitet". Der unter Terrorverdacht stehende Bundeswehrsoldaten konnte sich unerkannt als syrischer Flüchtling registrieren lassen.

gri/jj (dpa) 

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